Chansonnier

Entertainer Charles Aznavour mit 94 Jahren gestorben

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Der armenisch-französische Sänger Charles Aznavour während eines Konzertes im Dezember 2017.

Der armenisch-französische Sänger Charles Aznavour während eines Konzertes im Dezember 2017.

Foto: Herbert P. Oczeret / dpa

Charles Aznavour ist tot. Der Chansonnier hatte in diesem Jahr noch auf Tour gehen wollen. Doch dann musste er Konzerte absagen.

Berlin.  Der französische Sänger Charles Aznavour ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf seine Pressesprecher. Auch die Bürgermeisterin der kleinen südfranzösischen Gemeinde Mouriès, Alice Roggiero, bestätigte den Tod des Chansonniers. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte Aznavour in Mouriès ein Domizil.

Aznavour musste zuletzt Termine seiner Europatournee absagen. Er war gestürzt und hatte sich dabei den Arm gebrochen, war aber überzeugt, die Tour bald fortsetzen zu können. Im September hatte Aznavour eigentlich wieder einsteigen wollen.

Aznavour war einer der wenigen französischen Chansonniers, der neben Edith Piaf, Maurice Chevalier und Charles Trenet ein internationales Publikum gewinnen konnte. Aretha Franklin adelte ihn als „einzigen europäischen Soulsänger“.

Charles Aznavour war auch Schauspieler

Mit „Du lässt dich geh’n“ und „La Bohème“ wurde Aznavour zum Weltstar. Er verkaufte knapp 200 Millionen Platten. Neben der Musik widmete er sich auch dem Schauspiel. Zu sehen war er unter anderem in der Oscar-prämierten Verfilmung „Die Blechtrommel“ (1979) von Volker Schlöndorff.

Geboren wurde Aznavour am 22. Mai 1924 in Paris im Quartier Latin. Schon als Neunjähriger sang er im Restaurant seiner armenischen Eltern, die vor den Gräueltaten in ihrem Land geflohen waren. Aznavour hat sein ganzes Leben im Umfeld der Bühne verbracht. Denn sein Vater war Sänger, seine Mutter Schauspielerin.

Entscheidend für seine Karriere war die Begegnung mit Edith Piaf, die 1946 auf ihn aufmerksam wurde und ihn auf eine Tournee durch Frankreich und die Vereinigten Staaten mitnahm.

Sonderbotschafter für Armenien

Seine Lieder handeln von Liebe, Familie, Randgruppen und Armenien, wo er für sein Engagement 1993 vom Präsidenten der Kaukasusrepublik zum „Sonderbotschafter für humanitäre Aktionen“ ernannt wurde.

Im Jahr 1995 bestellte ihn die Unesco zum Sonderbotschafter für Armenien, und seit 2009 war er armenischer Botschafter in der Schweiz, wo er auch lebte. Nach Steuerärger mit Frankreich in den 70er-Jahren ließ er sich in der Nähe von Lausanne am Genfer See nieder.

(dpa/cho)

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