Ausländerfeindlichkeit

Chemnitz: Durchsuchungen bei selbsternannter „Bürgerwehr“

In Chemnitz und anderen Teilen Sachsens hat die Polizei Wohnungen einer sogenannten „Bürgerwehr“ durchsucht. (Symbolbild)

In Chemnitz und anderen Teilen Sachsens hat die Polizei Wohnungen einer sogenannten „Bürgerwehr“ durchsucht. (Symbolbild)

Foto: --- / dpa

In Chemnitz soll eine selbsternannte „Bürgerwehr“ Ausländer beleidigt und verletzt haben. Den Verdächtigen droht nun ein Strafprozess.

Chemnitz.  Als selbsternannte „Bürgerwehr“ sollen mehrere Männer in Chemnitz Passanten umkreist, durchsucht und teilweise ausländerfeindlich beleidigt haben. Doch die Polizei geht gegen diese Form der Selbstjustiz vor: mit Durchsuchungen.

Wie das Landeskriminalamt Sachsen mitteilte, hatten die Durchsuchungen bei mehreren Verdächtigen am Donnerstagnachmittag begonnen und bis in die Abendstunden gedauert. Wie der „Mitteldeutsche Rundfunk“ berichtet, waren 150 Beamte im Einsatz und es wurden Wohnungen von 13 Tatverdächtigen in unterschiedlichen Teilen Sachsens durchsucht.

Insgesamt 15 Männer sollen am vergangenen Freitag eine Gruppe von Deutschen, Iranern und Pakistaner in Chemnitz eingekreist haben. Ein 26-jähriger Iraner erlitt bei der anschließenden Auseinandersetzung eine Platzwunde am Kopf. Wie der MDR weiter berichtet, sollen die Opfer Gäste einer Geburstagsfeier in der Nähe des Tatorts gewesen sein.

Tatverdächtigen aus Chemnitz droht Strafverfahren

Die 15 Verdächtigen wurden nach der Tat in Gewahrsam genommen, neun Verdächtige konnten das Polizeirevier jedoch kurze Zeit später wieder verlassen. Ihnen droht nun ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Die Ermittlungen in dem Fall hat das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) übernommen.

In Chemnitz war Ende August ein 35-jähriger Deutscher mit einem Messer erstochen worden. Tatverdächtig sind drei Asylbewerber. Nach der Tat war es zu teils gewaltsamen Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis und Gegnern der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sowie zu Gegenprotesten gekommen. (ac/dpa)