Aufreger

Restaurant-Verbot für Kinder: Wirt will nicht nachgeben

Wir müssen draußen bleiben: Kleine Kinder haben in „Oma’s Küche“ ab 17 Uhr keinen Zutritt. Der Wirt will an dem Verbot festhalten.

Rudolf Markl, umstrittener Wirt vom Restaurant „Oma's Küche".

Rudolf Markl, umstrittener Wirt vom Restaurant „Oma's Küche".

Foto: Stefan Sauer / dpa

Binz.  Beschimpfungen in den sozialen Medien, aber vor allem Zuspruch – der Rügener Gastronom Rudolf Markl will sein Restaurant „Oma’s Küche“ in Binz auch weiterhin ab 17 Uhr kinderfrei halten.

Die Reaktionen auf seinen Vorstoß seien zu 98 Prozent positiv gewesen – wenn man Facebook ausklammere, sagte er. Er habe mehr als 1000 Mails erhalten, auch von Lehrern, Erziehern und anderen Gastronomen, die fast ausnahmslos seinen Vorstoß begrüßten. Auf Facebook habe er dagegen auch Morddrohungen und wüste Beschimpfungen gelesen.

Kritik vom Kinderschutzbund

Seit dem 13. August öffnet Markl sein Restaurant am Abend nur noch für Gäste über 14 Jahren. Die Ankündigung hatte bundesweit für Aufmerksamkeit besucht. Markl hatte argumentiert, häufig fühlten sich Gäste durch „ungehorsame und schlecht erzogene Kinder“ anderer Gäste belästigt. Die Jungen und Mädchen würden lärmen oder sogar mit Essen um sich werfen.

Dem Wirt war für sein „kinderfreies Restaurant“ Kinderfeindlichkeit vorgeworfen worden, so etwa vom deutschen Kinderschutzbund und vom Verband Kinderreicher Familien.

Markl selbst, 65 jahre, kinderlos, hatte im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt: „Wenn junge Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen, dann muss man zu solchen Mitteln greifen.“

Er habe erlebt, wie „ungezogene Kinder“ in seinem Lokal geschrien hätten und umher gerannt seien, manche hätten sogar mit Essen um sich geworfen. Markl: „Es gibt Grenzen, vor allem wenn sich dann die anderen Gäste nachdrücklich beschweren.“ (dpa/W.B.)

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