Arbeitszeiten

Deutsche arbeiten kürzer, aber produktiver als andere in EU

Deutsche Arbeitnehmer haben 2017 weniger gearbeitet als viele andere Europäer. Dafür leisteten sie pro Arbeitsstunde aber auch mehr.

Nur in den Niederlanden und Dänemark war die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Angestellten im vergangenen Jahr geringer als in Deutschland.

Nur in den Niederlanden und Dänemark war die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Angestellten im vergangenen Jahr geringer als in Deutschland.

Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Hannover.  Beschäftigte in Deutschland haben im vergangenen Jahr nach einem Medienbericht kürzer gearbeitet als ihre Kollegen in den meisten anderen EU-Ländern. Ihre Produktivität lag jedoch über dem EU-Durchschnitt. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

Demnach beliefen sich die tatsächlich geleisteten Wochenarbeitsstunden von Arbeitnehmern in Deutschland 2017 auf durchschnittlich 34,9. Lediglich in den Niederlanden mit 31,8 und Dänemark mit 33,8 war die durchschnittliche Wochenarbeitszeit geringer.

Griechen, Bulgaren und Polen deutlich über dem Schnitt

Der europäische Durchschnitt, der 2017 bei 36,4 Wochenstunden lag, wurde unter anderem in Griechenland (40,7), Bulgarien (40,0) und Polen (39,4) deutlich überschritten. Das Arbeitsministerium berief sich in seiner Antwort auf Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat.

Den Angaben zufolge leisteten die Beschäftigten in Deutschland pro Arbeitsstunde allerdings mehr als Arbeitnehmer in den meisten Ländern Europas. Ihre Produktivität lag im vergangenen Jahr 27,2 Prozentpunkte über dem EU-Schnitt. Effektiver waren lediglich die Beschäftigten Luxemburg, Irland und Dänemark. In anderen Staaten der Europäischen Union – insbesondere in Osteuropa – war die Arbeitsproduktivität zum Teil deutlich geringer.

Leistungsfähiger dank mehr Erholung?

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti sieht in den Zahlen einen Beleg dafür, dass Beschäftigte mit mehr Zeit für Privatleben und Erholung produktiver sind. „Das nützt am Ende allen, auch den Unternehmen“, sagte die Politikerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Es gebe kein schlüssiges Argument für überlange Arbeitszeiten: „Sie senken nicht nur die Arbeitsproduktivität, sondern erhöhen auch das Fehler- und Unfallrisiko und machen Beschäftigte auf Dauer krank.“ (epd)

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