Islam

Was die Pilgerreise Hadsch nach Mekka für Muslime bedeutet

Die Pilgerreise nach Mekka gehört zu den Pflichten eines Muslims. Sie heißt Hadsch und beginnt am Freitag. Worum genau geht es dabei?

Muslimische Pilger beten während des Hadsch am Heiligtum Kaaba in der Großen Moschee von Mekka.

Muslimische Pilger beten während des Hadsch am Heiligtum Kaaba in der Großen Moschee von Mekka.

Foto: Dar Yasin / dpa

Berlin/Mekka.  Mehr als zwei Millionen Pilger erwartet die saudi-arabische Stadt Mekka in diesen Tagen: Am Freitag beginnt der Hadsch 2019. Die Wallfahrt führt zur Kaaba, dem zentralen Wallfahrtsort der Muslime.

Riesige Menschenmassen werden bei der ersten Etappe der Pilgerfahrt von der Heiligen Stadt Mekka in das nahe Wüstental Mina strömen. In Saudi-Arabien gelten angesichts der vielen Teilnehmer strenge Sicherheitsvorkehrungen, bis der Hadsch am 14. August endet. Die Besucher – erwartet werden etwa 1,7 Millionen aus dem Ausland und Hunderttausende Saudis – werden Temperaturen um die 40 Grad im Schatten aushalten müssen.

Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam

Die fünftägige Pilgerfahrt ist für viele Muslime der religiöse Höhepunkt des Lebens. Sie gehört außerdem zu den fünf Grundpflichten des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern. Beim Hadsch-Ritual umrunden die Gläubigen sieben Mal das würfelförmige Gebäude der Kaaba im Hof der Großen Moschee.

Die Kaaba wird von einem schwarzen Vorhang („Kiswa“) aus Seide und Baumwolle bedeckt, darin sind mit Goldfäden das muslimische Glaubensbekenntnis sowie Koranverse eingestickt. Dieser Vorhang wird alljährlich nach dem Hadsch erneuert.

Opferfest bildet den Höhepunkt des Hadsch

Höhepunkt des Hadsch ist das Opferfest Eid al-Adha. Dabei erinnern Muslime in aller Welt an Ibrahim (Abraham), der als gemeinsamer Stammvater von Muslimen , Juden und Christen gilt. Im Mittelpunkt steht dabei die Barmherzigkeit Gottes. Deshalb geht es auch um Werte wie Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Versöhnung.

Darum geht es beim islamischen Opferfest

Zum Opferfest wird der Tradition zufolge in vielen Familien ein Tier geschlachtet. Einen Teil des Fleisches behält die Familie für sich, der Rest wird an Nachbarn und Bedürftige verteilt. Der Termin richtet sich nach dem islamischen Mondkalender und kann jedes Jahr variieren.

Die anderen islamischen Grundpflichten neben der Mekka-Pilgerreise sind: Fasten im Ramadan als vierte Säule, zudem das Glaubensbekenntnis, fünf tägliche Gebete sowie die Armensteuer.

Vor einigen Jahren waren bei einer Massenpanik während des Hadschs nach offiziellen Angaben 769 Pilger ums Leben gekommen. Inoffizielle Berechnungen gehen von rund 2000 Todesopfern aus. Die saudischen Behörden ließen danach die Sicherheitsstrukturen überarbeiten.

Am Samstag wandern die Gläubigen weiter zum knapp 20 Kilometer von Mekka entfernten Berg Arafat. Danach geht es wieder nach Mina, wo die Gläubigen sieben Kiesel auf Steinsäulen werfen und damit symbolisch den Teufel steinigen. Dieser Teil der Reise beginnt am Sonntag, dem dritten Tag der Wallfahrt, an dem Muslime weltweit auch das Opferfest Eid al-Adha feiern.

Die wichtigsten Fakten zum Hadsch:

• Der Hadsch 2019 beginnt am 9. August und dauert bis zum 14. August

• Jedes Jahr kommen etwa zwei Millionen Pilger nach Mekka

• Der Hadsch dauert etwa fünf Tage

• Frauen müssen weite Kleidung tragen, Gesicht und Hände müssen sichtbar sein

• Männer müssen sich in zwei einfache weiße Tücher hüllen

(W.B.)