Sternschnuppen

Perseiden 2018: So sehen Sie die Sternschnuppen am Himmel

Vom 10. bis 12. August regnet es Sternschnuppen, denn es ist der Monat der Perseiden. Wir zeigen, was man alles darüber wissen muss.

Perseiden: Die Sternschnuppen kommen – das muss man wissen

Sternschnuppen: Wann sie kommen, wie schnell sie sind, wie viele es gibt – alles, was man über die Perseiden wissen muss.

Perseiden: Die Sternschnuppen kommen – das muss man wissen

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Heppenheim.  Es ist Wunschzeit: Der besonders ergiebige Sternschnuppenstrom der Perseiden hat am Wochenende seinen Höhepunkt erreich. Das Maximum wird in der Nacht zum Montag erreicht.

Einzelne Wolken oder Schleierwolken könnten im Norden Deutschlands allerdings das Schauspiel trüben. Im Süden, sagt Jacqueline Kernn vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach, sei die Sicht „vollkommen in Ordnung.“

Persiden sorgen für (kalte) Sternschnuppen-Nacht

Es wird sehr frisch, vor allem unter wolkenlosem Himmel und klarer Sicht: „Man sollte auf jeden Fall eine Jacke anziehen“, sagt Kernn. Die Temperaturen sanken schon in der Nacht zum Sonntag auf elf bis sieben Grad, in den höheren Lagen auch auf fünf und in den Mittelgebirgen sogar auf vier Grad.

Was sind Perseiden?

Ihren Namen haben die Perseiden, weil sie scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen, das um zehn Uhr abends erst im Nordosten aufgeht. Sie werden gelegentlich auch „Tränen des Laurentius“ genannt.

Der Grund: Höhepunkt der Perseiden ist kurz nach dem Todestag des Märtyrers Laurentius. Es ist überliefert, dass er am 10. August des Jahres 258 hingerichtet wurde.

Perseiden 2018 – Wann werden viele Sternschnuppen zu sehen sein?

In der Nacht von Sonntag auf Montag erreicht der Strom seinen Höhepunkt. Aber auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag können die Sternschnuppen schon gut beobachtet werden, was vor allem für Berufstätige gut ist.

Ein wolkenfreier Himmel vorausgesetzt, sind die Sternschnuppen in diesem Jahr nach Einschätzung von Fachleuten gut zu sehen – es ist Neumond und somit stört kein Mondlicht die Sicht. Gut möglich also, dass nach der totalen Mondfinsternis vom 27. Juli das nächste Spektakel ansteht.

Wo haben Meteore ihren Ursprung?

Bei Sternschnuppen handelt es sich um zumeist winzige Staubteilchen etwa eines Kometen, die verglühen, wenn sie auf die Erdatmosphäre treffen. Brocken könnten aber auch durch Einschläge auf Mond oder Mars in den Weltraum geschleudert worden sein.

Sternschnuppen-Nacht im Planetarium genießen

Anlässlich der Perseiden öffnen viele Planetarien ihre Tore. Hier hat man natürlich einen viel besseren Blick auf die Sternschnuppen als unter freien Himmel. Informationen darüber, ob ein Planetarium in der Nähe geöffnet hat, findet man meist auf dessen Internetseite.

Wie kann man die Sternschnuppen am besten sehen?

Auf dem Land, wo es etwas dunkler ist, sieht man die Sternschnuppen besser als in der Stadt. Und es gibt gute Nachrichten: Weil Neumond ist, sollte es zudem nicht zu hell am Nachthimmel sein, was einen besseren Blick auf die Perseiden bieten könnte.

Wer Sternschnuppen bestaunen will, legt sich auf einen erhöhten Platz und schaut in Richtung Nordosten in den Nachthimmel. Noch besser ist allerdings, in den Morgenstunden in den Himmel zu schauen. Dazu muss man sich allerdings einen Platz aussuchen, an dem es dunkel ist, um einen guten Blick auf die Sternschnuppen zu haben.

Die beste Zeit, um die Sternschnuppen zu sehen, ist von 23 bis 5 Uhr.

Wie kann man die Sternschnuppen am besten fotografieren?

Um Fotos von den Sternschnuppen machen zu können, brauch man eine kleine Ausstattung. Dazu gehören im Idealfall eine Spiegelreflexkamera mit Weitwinkelobjektiv und Stativ. In den Einstellungen der Kamera sollte man dann die Langzeitbeleuchtung wählen und die Sternschnuppen etwa 25 Sekunden bei hoher ISO-Zahl (800 bis 1600) belichten. Wichtige Einstellungen wie Fokus, Blende, Verschlusszeit und der eben beschriebene ISO-Wert sollte man manuell justieren – und nicht auf Automatik setzen. Für eine spätere bessere Bearbeitung am PC empfiehlt es sich, die Fotos im RAW-Format zu schießen. Das braucht zwar mehr Speicher, lohnt sich aber.

Wo kann man die Perseiden im Livestream sehen?

Wer das Himmelsspektakel nicht selbst draußen verfolgen kann, kann es sich auch über einen Livestream anschauen. So bietet das Virtual Telescope Project einen YouTube-Livestream an, der am Freitag ab 22.30 Uhr startet.

YouTube-Livestream zu den Perseiden

Wie viele Sternschnuppen werden zu sehen sein?

Fachleute rechnen mit bis zu 100 Meteoren pro Stunde, wie der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde, Sven Melchert, in Heppenheim sagt. Darunter seien einige besonders helle Leuchtspuren, die für mehrere Sekunden zu sehen seien. Sie flitzen in alle Richtungen.

Mit 60 Kilometer pro Sekunde sind sie sehr schnelle Meteore. Die Perseiden gelten deshalb auch als eine der schnellsten Sternschnuppen. Und sie bringen mit etwas Glück auch Feuerbälle zum Vorschein.

Das sind sehr helle Meteoriten, die man am Himmel mit einem farbigen Schweif sehen kann. In seltenen Fällen können die auch als Boliden bezeichneten Himmelskörper auch auf die Erde einschlagen – manchmal mit schweren Folgen. Am 15. Februar 2013 verursachte ein „Superbolid“ schwere Zerstörungen rund um die Stadt Tscheljabinsk im russischen Ural.

Die ausgelöste Druckwelle verletzte 1500 Menschen – meist durch splitterndes Fensterglas. Auswertungen ergaben, dass es sich um einen etwa 19 Meter großen und 12.000 Kilogramm schweren Brocken handelte

Woher kommen die Perseiden?

Die Erde fliegt auf ihrer Bahn um die Sonne durch Wolken kleiner Trümmer, die Kometen auf ihrer jeweiligen Bahn hinterlassen. Der Komet, der die Perseiden erzeugt, heißt 109P/Swift-Tuttle. Er wurde im Jahr 1862 entdeckt und braucht für seine Umlaufbahn um die Sonne rund 133 Jahre.

Dabei hinterlässt er eine „Dreckspur“ im All, die die Erde alljährlich am 12. August kreuzt. Denn: Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Was kommt danach?

Ein anderer, stets wiederkehrender Meteorsturm sind die Leoniden. Sie sind alljährlich im November zu beobachten. Dann entspringen die Sternschnuppen scheinbar dem Sternbild des Löwen, lateinisch „Leo“ – daher der Name Leoniden. Ihr Ursprung ist der Komet Tempel-Tuttle. Höhepunkt der Leoniden ist die Nacht vom 17. auf den 18. November.

Erst kürzlich konnte man die Mondfinsternis und den Blutmond am Himmel bestaunen. Der Mond leuchtete kupferrot und zur etwa 103 Minuten langen totalen Mondfinsternis gesellte sich ein besonders heller und großer Mars. Ein ähnliches Spektakel war zuletzt vor 15 Jahren zu sehen.

Wie entsteht ein Supermond?

Wie entsteht ein Supermond?
Wie entsteht ein Supermond?

Und noch etwas steht an: Nachdem es in Deutschland zuletzt 2017 zu einer partiellen Mondfinsternis kam , gibt es am 11. August eine partielle Sonnenfinsternis zu bestaunen. Das allerdings nicht in Deutschland: Sie ist nur in der Arktis und Teilen Asiens zu sehen. Hier geben wir einen Überblick über das Astro-Jahr 2018 .

So spricht man Perseiden richtig aus

Die einen sagen Per|se|i|den, die anderen Per|sei|den. Laut „Duden“ ist die korrekte Aussprache Per|se|i|den.

So unterscheide ich Sternen von Planeten

Auch Planeten werden am Wochenende am Nachthimmel zu sehen sein. Doch wie kann man diese von normalen Sternen unterscheiden? Es ist eigentlich ganz einfach: Während Sterne funkeln, ist das Licht von Planeten ruhig. Derzeit hat man übrigens eine gute Sicht auf den Mars.

Was kann man sonst noch am Himel sehen?

Neben den Sternschnuppen ist auch weiterhin der Mars gut zu beobachten. Dabei fällt besonders seine rötliche Farbe auf. Dazu gesellen sich im Westen die Venus, im Südwesten der Jupiter und in Richtung Süden der Saturn. Um die Planeten zu identifizieren, lohnt es sich, eine Astronomie-App herunterzuladen, mit der man das Sternenbild überprüfen kann.

Meteor, Meteoroid oder Meteorit – was ist was?

Meteor: So wird auch eine Sternschnuppe bezeichnet

Meteoroid: Objekt, das auf einer Umlaufbahn um die Sonne fliegt

Meteorit: Nicht vollständig verglühter Meteorid, der in den Erdboden einschlägt (dpa/W.B./bekö)

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