Statistik

Hunderte Flugzeugteile seit 2008 über Deutschland abgestürzt

Meist haben die Flugzeuge nur eine Schraube locker. Doch manchmal fallen auch größere Teile vom Himmel. Bisher ohne Schwerverletzte.

In der Mehrheit der Fälle waren es Militärmaschinen, die ein Bauteil verloren.

In der Mehrheit der Fälle waren es Militärmaschinen, die ein Bauteil verloren.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Berlin.  Nicht nur Gutes kommt von oben: Mindestens 400 Flugzeugteile sind in den vergangenen zehn Jahren auf Deutschland gestürzt. Dabei handelte es sich oft um Kleinteile wie Schrauben oder Abdeckklappen mit einem Gewicht von 20 Gramm, aber auch um Dinge wie einen sechs Meter langen Zusatztank und ein zwölf Kilogramm schweres Teil der Triebwerksverkleidung.

In sämtlichen Fällen wurde niemand schwerer verletzt. Das geht aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, über die zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) berichtet hatte.

Anderthalb Meter langes Gummiteil im Garten

Für die Jahre 2008 bis 2018 werden darin 57 Fälle aus der zivilen Luftfahrt aufgeführt sowie 351 Fälle, in denen Militärmaschinen ein Bauteil verloren haben. In einem Mainzer Garten, der in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens liegt, war Anfang Juni ein anderthalb Meter langes Gummiteil gefunden worden, das sich womöglich von einem Flugzeug gelöst hatte.

Trotzdem sind dem Verkehrsministerium nach eigenen Angaben keine Fälle bekannt, „bei denen seit dem Jahr 2008 durch herabgestürzte Flugzeugteile Siedlungsgebiete betroffen waren“.

Luftfahrzeugtechniker rät zur Gelassenheit

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner vermutet deshalb eine hohe Dunkelziffer und beklagt: „Angesichts der Gefahr, die von herabfallenden Flugzeugteilen ausgeht, ist jedes Ereignis eines zu viel.“ Der Luftfahrzeugtechniker Klaus Wolf von der Technischen Universität Dresden rät in der „Süddeutschen Zeitung“ hingegen zur Gelassenheit: Gemessen am gesamten Luftverkehr sei die Zahl der Fälle verschwindend gering. (dpa)

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