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Quallenstiche: So behandelt man Verletzungen richtig

| Lesedauer: 5 Minuten
Portugiesische Galeere: Vorsicht vor giftigen Nesseltieren am Strand

Portugiesische Galeere: Vorsicht vor giftigen Nesseltieren am Strand

Ihre Tentakel können bis zu 50 Meter lang werden und tragen hochgiftige Nesseln.

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Quallen können den Badespaß verderben. An Nord- und Ostsee etwa sind es die Feuerquallen. Auch vor Mallorca gibt es gefährliche Arten.

Berlin. 
  • In der Urlaubs- und Badesaison kommt es an Stränden immer wieder zu schmerzhaften Begegnungen zwischen Mensch und Qualle


  • Feuerquallen schwimmen in Nord- und Ostsee und Portugiesische Galeeren vor Mallorca

  • In unserem Überblick erklären wir, wie man sich vor Quallen schützen kann und wie man einen Stich richtig behandelt

Ein Tag am Meer – für viele der perfekte Urlaubsspaß. Wer gerne schwimmen geht, taucht oder am Wasser entlang spaziert, läuft aber Gefahr, auf Quallen zu treffen. Die Nesseltiere sind im besten Fall nur glibberig – können aber auch zu Schmerzen und Schlimmerem führen. Warum das so ist und was sie bei einem Quallenstich auf keinen Fall tun sollten, beantwortet unsere Übersicht.

Warum stechen Quallen?

Quallen haben an ihrem Körper und insbesondere in den Tentakeln Nesselzellen, auch Nesselkapseln genannt. Darin befindet sich ein Nesselfaden. Platz die Nesselzelle bei Berührung auf, schießt der Nesselfaden heraus. An dessen Spitze sitzt ein Dorn mit dem sich der Nesselfaden in die Haut des Opfers bohrt und dort sein Nervengift abgibt. Quallen benutzten das Gift für die Jagd, um potenzielle Beute zu lähmen und zur Selbstverteidigung.

Vor welchen Quallen sollte man sich in Acht nehmen?

Die meisten schmerzhaften Zusammenstöße gibt es wohl mit den sogenannten Feuerquallen. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für Blaue Nesselquallen, Gelbe Haarquallen und Leuchtquallen. Die ersten beiden Arten kommen auch in Nord- und Ostsee vor, während die Leuchtquallen auch vor Mallorca und im Rest des Mittelmeeres beheimatet sind.

Die in Nord- und Ostsee am häufigsten vorkommende Qualle ist die Ohrenqualle. Sie ist aber nur schwach bis gar nicht nesselnd und deshalb für den Menschen ungefährlich.

Im westlichen Mittelmeer eher selten ist die äußerst giftige Portugiesische Galeere. In den letzten Jahren wird die Qualle, die sonst eigentlich im Atlantik vor Portugal und den Kanaren anzutreffen ist, vermehrt auch vor Mallorca gesichtet. Wer mit ihr und ihren bis zu 50 Meter langen Tentakeln in Berührung kommt, kann im schlimmsten Fall einen allergischen Schock inklusive Atemstillstand und Herzversagen erleiden.

Die wohl giftigste Qualle und eines der giftigsten Tiere der Welt ist die Seewespe oder auch Würfelqualle. Eine Begegnung mit ihr kann im Extremfall tödlich enden. Sie kommt hauptsächlich vor der Küste Nordaustraliens vor. Dort werden ganze Meeresabschnitte mit Zäunen im Wasser vor diesen Tieren geschützt.

Wie sollte ich auf Quallen im Meer reagieren?

  • Wer eine Massenansammlung von nesselnden Quallen im Wasser registriert, sollte prinzipiell erst einmal auf das Baden verzichten. Selbst wenn die Quallen sichtbar sind, abgebrochene Tentakel sind es häufig nicht und auch sie können noch stechen. Wer dennoch baden möchte, sollte das in Ufernähe tun, um im Notfall schnell aus dem Wasser zu kommen.
  • Genauso stechen können auch tote Quallen, die an den Strand gespült werden. Deswegen kann es sich empfehlen, Badelatschen zu tragen.
  • Trifft man im Meer auf eine Qualle, sollte man sich ruhig entfernen. Schnelle und heftige Schwimmbewegungen können einen Sog erzeugen, der die Qualle sogar heranzieht.
  • In manchen australischen und tropischen Gewässern gehen Urlauber besser nur im Neopren-Anzug baden. Der schützt vor dem lebensgefährlichen Kontakt mit der giftigen Würfelqualle.

Was ist bei einem Quallenstich zu tun?

Das beste Mittel um die Wunde auszuspülen ist Essigwasser, rät die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Wer das nicht vorsorglich zum Strand mitgenommen hat, kann auch Meerwasser verwenden. Auf keinen Fall sollte man Süßwasser oder Alkohol verwenden. Beides kann die Nesselkapseln, die die Qualle hinterlassen hat, aufplatzen lassen und die Pein noch verschlimmern.

Es empfiehlt sich ebenfalls nicht, die Nesseln mit einem Handtuch abzureiben oder mit der Hand zu entfernen. Denn auch dabei können die Kapseln platzen. Entweder sollten man sie einzeln mit der Pinzette entfernen oder zum Rasierschaum greifen. Einfach damit die betroffene Stelle einzusprühen und den Schaum trocken lassen. Im Anschluss den Schaum mit einer Chipkarte oder einem ähnlichen stumpfen Gegenstand abschaben. Statt Rasierschaum kann man auch nassen Sand auf die betroffene Stelle streuen und antrocknen lassen. Dann wieder abschaben.

Anschließend gilt es die Stelle zu kühlen. Zudem sollten sie die Wunde mit einer antiallergischen Salbe oder einer Brandsalbe eincremen. Gegen die Schmerzen helfen entzündungshemmende Tabletten. Ist eine große Fläche von dem Quallenstich betroffen oder reagiert der Gestochene allergisch, sollte er auf jeden Fall zum Arzt gehen.

(dpa/fmg)

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