Nervengift

Verdächtige im Fall Skripal? Minister weist Bericht zurück

Die britische Polizei will laut Bericht die Täter der Vergiftung an Skripal und seiner Tochter identifiziert haben: mehrere Russen.

Das steckt hinter dem Nervengift Nowitschok

Nowitschok

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London.  Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mehrere mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

„Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben“, zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. „Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind“, zitiert PA weiter.

Russischer Diplomat verlangt Beweise im Fall Skripal

Nach dem Bericht der Nachrichtenagentur verlangte Russland eine Erklärung der britischen Behörden zu neuen Verdächtigungen. „Ich will das von Scotland Yard oder dem Außenministerium hören“, nicht aus der Presse, sagte der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko, am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Ein Scotland-Yard-Sprecher konnte den Bericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen. Es seien auch keine neuen Pressemitteilungen in dem Fall in nächster Zeit geplant. Auch die Polizei in der Grafschaft Wiltshire wollte sich nicht äußern.

Britischer Minister weist Medienbericht im Fall Skripal zurück

Die britischen Regierung wies den Bericht über die angebliche Identifizierung mutmaßlicher Täter zurück. „Ich denke, die Geschichte gehört in den ,schlecht informiert und wilde Spekulationen’-Ordner“, schrieb Sicherheitsminister Ben Wallace am Donnerstag auf Twitter.

Stammt das Gift aus derselben Quelle?

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal (67) und seine Tochter (33) vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen. (dpa/rtr)

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