Arktis

Lebensgefahr: Riesen-Eisberg bedroht Dorf in Grönland

Ein ganzes Dorf in Grönland hat Angst vor einem besonders großen Eisberg. Zerbricht er, könnte es eine gigantische Flutwelle geben.

Gegen den Eisberg erscheint das Fischerdorf winzig klein.

Gegen den Eisberg erscheint das Fischerdorf winzig klein.

Foto: SCANPIX DENMARK / REUTERS

Innaarsuit.  In den grönländischen Küstenregionen ist es nicht ungewöhnlich, mal einen Eisberg im Meer treiben zu sehen. Die Bewohner des Dorfes Innaarsuit an der Westküste der Insel haben nun aber Grund zur Sorge, denn wenn sie aus dem Fenster schauen, haben sie ein gigantisches Exemplar vor Augen.

„Man fürchtet, dass der Eisberg kalben und eine Flutwelle auf das Dorf senden könnte“, sagte eine zuständige grönländische Polizistin dem dänischen Rundfunk. Unter dem Kalben von Eisbergen versteht man, dass große Teile der Eismassen abbrechen und ins Meer fallen.

Häuser könnten ins Meer gerissen werden

Deshalb entschied man sich am Freitag dazu, die Häuser nah an der Küste zu evakuieren. Der 90 Meter hohe Eisberg ist direkt vor dem 169-Seelen-Dorf auf Grund gelaufen. Nach Einschätzung der Behörden könnte ein Kalben des Berges dramatische Konsequenzen haben.

Im vergangenen Jahr war ein anderes Dorf in einer ähnlichen Situation von einer Flutwelle getroffen worden. Bei dem Unglück kamen mehrere Menschen ums Leben, Häuser wurden ins Meer gerissen. Inzwischen lebt in dem Dorf niemand mehr.

Wetterbedingungen könnten den Berg davontreiben

Wie die „New York Times“ schreibt, wurden die Bewohner Innaarsuits auch dazu aufgefordert, ihre Boote zu entfernen. Wenn diese beschädigt werden würden, könnten sie der Fischerei nicht mehr nachgehen.

Man hofft nun darauf, dass südliche Winde und Strömungen dabei helfen, den elf Millionen Tonnen (!) schweren Eisberg fortschwimmen zu lassen. (raer/dpa)