Essen

Vergewaltiger legt Geständnis ab

| Lesedauer: 2 Minuten
Stefan Wette

Prozessauftakt: Schülerinnen auf Waldwegen von Bande missbraucht

Essen. Sie scheuen die Öffentlichkeit, haben ihre Kapuzenshirts tief übers Gesicht gezogen oder halten einen Aktendeckel davor. Die ihnen zur Last gelegten Taten sind grausam: Laut Staatsanwaltschaft haben sich die fünf angeklagten Deutschen zu einer Bande von Gruppenvergewaltigern zusammengeschlossen, die insgesamt sieben Schülerinnen unter einem Vorwand in einsame Waldgebiete lockte und dort zum Sex zwang.

Mit dem Geständnis eines Angeklagten hat am Freitag vor dem Essener Landgericht der Prozess begonnen. Der Anwalt des 20-jährigen Nuri E. entschuldigte sich zunächst im Namen seines Mandanten: „Es tut ihm leid.“ Im Wesentlichen sei die Anklage richtig, sein Mandant wolle den Opfern auch ein „angemessenes Schmerzensgeld“ zahlen. Doch als der Wuppertaler dann selbst das Wort ergriff, erinnerte kaum mehr etwas an ein Geständnis: Er selbst will eigentlich immer freundlich gefragt haben, ob die Mädchen mit ihm schlafen wollten. Nachdem einer der Mitangeklagten ein Mädchen vergewaltigt habe, so erzählt er, sei er an der Reihe gewesen. Er habe die Mädchen aber darum „gebeten“. Zwar hätten sie zunächst abgelehnt, nach seinem Hinweis, er werde sie danach auch nach Hause fahren, hätten sie dann doch eingewilligt.

Sie nahmen den Mädchendie Handys ab

Die Anklageschrift schildert Übergriffe auf sieben 16-jährige Schülerinnen. In fünf Fällen soll es zur Vergewaltigung gekommen sein. Die Taten sollen fast immer nach dem gleichen Muster abgelaufen sein. Einer der Angeklagten soll sich mit einem Mädchen zu einem Treffen verabredet haben. Am vereinbarten Ort trafen dann aber stets bis zu vier Männer ein und baten die Schülerin ins Auto. Dann sollen sie in abgelegene Waldstücke oder auf Feldwege gefahren sein, wo sie dem jeweiligen Mädchen mit einem Trick das Handy abnahmen. Mit der Drohung, sie würden sie ohne Telefon einfach in der Dunkelheit zurücklassen, sollen sie die Opfer dann zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Nuri E. hat die Hauptvorwürfe der Anklage gegen seine mutmaßlichen Komplizen zum Prozessauftakt bestätigt. Das Gericht hat insgesamt 21 Verhandlungstage bis November terminiert.

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