Ermittlungen

Polizei spricht mit Nowitschok-Opfer im Krankenhaus

Nach einer Vergiftung mit dem Stoff Nowitschok scheint ein Brite wieder bei Bewusstsein. Seine Frau ist an der Vergiftung gestorben.

Der Bereich, in dem das mit Nowitschok vergiftete Paar gewohnt hat, ist in Amesbury abgesperrt worden.

Der Bereich, in dem das mit Nowitschok vergiftete Paar gewohnt hat, ist in Amesbury abgesperrt worden.

Foto: Rod Minchin / dpa

London/Salisbury.  Der im britischen Amesbury mit Nowitschok vergiftete Mann ist wieder bei Bewusstsein. Sein Zustand sei weiter kritisch, aber stabil, teilte das Krankenhaus am Dienstag mit. „Das sind gute Nachrichten, er ist aber noch nicht über den Berg.“ Der 45-jährige Brite müsse weiter rund um die Uhr von Spezialisten versorgt werden.

Polizisten hätten kurz mit dem Briten sprechen können, teilte Scotland Yard am Mittwoch mit. In den nächsten Tagen solle es in enger Absprache mit den Ärzten weitere Gespräche geben, erklärte die Polizei.

Der Mann und seine 44 Jahre alte Frau waren Ende Juni mit Vergiftungserscheinungen in Amesbury gefunden worden. Die Frau starb am Sonntagabend im Salisbury District Hospital. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden einen Behälter mit dem Nervengift berührt haben müssen. Die Dosis des Kampfstoffes sei sehr hoch gewesen, teilte Scotland Yard mit. Untersucht wird, ob es Verbindungen zum Fall Skripal gibt.

Besteht ein Zusammenhang zu Skripals Vergiftung?

Scotland Yards Anti-Terror Spezialist Neil Basu erklärte, es sei weiterhin nicht sicher, dass die beiden Fälle miteinander zu tun hätten. Alles andere sei aber angesichts des seltenen Gifts wenig plausibel. So lange man nicht wisse, wie die beiden Briten mit dem Kampfstoff in Berührung kamen, könne er leider auch nicht versprechen, dass die Gegend nun absolut sicher sei.

Unweit von Amesbury, in Salisbury, waren der russische Ex-Spion Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) im März infolge eines Anschlags ebenfalls mit dem Nervengift in Kontakt gekommen. London hatte Moskau dafür verantwortlich gemacht. Russland bestreitet jegliche Verstrickung. (dpa)