Unfall

Frau vor den Augen ihrer Tochter von Müllwagen überrollt

Tödlicher Unfall beim Abbiegen: Ein Müllwagen erfasste in Essen eine Frau auf dem Gehweg. Sie starb vor den Augen ihrer Tochter.

An dieser Straße in Essen ereignete sich der tödliche Unfall mit dem Müllwagen.

An dieser Straße in Essen ereignete sich der tödliche Unfall mit dem Müllwagen.

Foto: Rene Anhuth / dpa

Essen.  Vor den Augen ihrer Tochter ist eine Frau in Essen von einem Müllwagen überrollt und getötet worden. Auch die Tochter wurde bei dem Unfall am Mittwochmorgen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Der 49 Jahre alte Fahrer des Lastwagens hatte die beiden Fußgänger beim Abbiegen übersehen und die Frau erfasst, wie die Polizei mitteilte. Er erlitt ebenso wie mehrere Zeugen einen schweren Schock.

Nach den Ermittlungen der Polizei wollte die 31-Jährige mit ihrem Kind die Straße überqueren, als das Fahrzeug sie beim Linksabbiegen erfasste. Die Mutter geriet unter den schweren Lkw und wurde mehrere Meter mitgeschleift. Geistesgegenwärtig soll sie nach Zeugenaussagen zuvor ihr Kind auf den Gehweg gestoßen haben. „Damit hat sie ihrer Tochter möglicherweise das Leben gerettet“, sagte ein Polizeisprecher.

Entsorgungsbetriebe sichern Familie Unterstützung zu

Unklar ist bislang, warum der Lkw der Entsorgungsbetriebe Essen die Frau und das Mädchen anfuhr. „Wir prüfen, ob der Wagen oder die Fußgänger grünes Ampellicht hatten“, sagte der Sprecher.

„Ein Unfall mit Todesfolge ist das Schlimmste, was im Verkehrsalltag passieren kann“, teilten die Entsorgungsbetriebe Essen mit und zeigten sich geschockt. Das Unternehmen werde die Familie der toten Frau intensiv unterstützen – „sofern es von der Familie aus gewünscht ist“, hieß es weiter.

Auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen äußerte sich betroffen. „Der Unfall heute Morgen ist ein schreckliches Unglück. Meine Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen“, sagte er.

Immer wieder Unfälle durch „toten Winkel“

Immer wieder ereignen sich beim Rechtsabbiegen von Lastwagen schwere Unfälle, weil Radfahrer oder auch Fußgänger in den tückischen „toten Winkel“ geraten. Ende Mai war ein siebenjähriger Junge in Köln bei einem Unfall ebenfalls von einem abbiegenden Müllwagen getötet worden, im Juni starb ein Achtjähriger in Berlin, der von einem abbiegenden Lkw überrollt wurde. Einen ähnlichen Fall gab es auch im April in Hannover, dort starb ein elfjähriger Junge.

In der vergangenen Woche war im Bundestag eine Initiative der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen diskutiert worden, die „eine schnelle Lösung des Problems des toten Winkels bei Lkw“ fordert. Geprüft werden soll unter anderem die zeitnahe Einführung von sogenannten Lkw-Abbiegeassistenzsystemen. (dpa/moi)

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