Paris

Verbrecher flieht mit Hubschrauber aus Gefängnis

Paris. In Frankreich ist einem Häftling ein spektakulärer Ausbruch gelungen. Per Hubschrauber sei der 46-jährige Rédoine Faïd am Sonntag mithilfe bewaffneter Komplizen aus dem Gefängnis in Réau, rund 50 Kilometer südlich von Paris, geflüchtet. Das berichteten französische Medien. Nachdem der Hubschrauber im Innenhof der Haftanstalt gelandet war, brachen die Komplizen die Tür zum Besucherzimmer auf, in dem sich der Gefangene mit einem seiner Brüder befand.

Die Aktion habe nur wenige Minuten gedauert, Geiseln oder Verletzte habe es nicht gegeben. Drei Komplizen sollen bei der Flucht geholfen haben. Der Hubschrauber wurde später rund 60 Kilometer entfernt gefunden. Der „Täter mit dem sanften Blick“ ist in Frankreich eine Berühmtheit. 2010 veröffentlichte der Einwanderersohn, der in einem nördlichen Vorort von Paris aufwuchs, ein Buch über seine „Karriere“ als Spezialist für das Ausrauben von Geldtransportern. Er tingelte durch die Talkshows, berichtete, er habe sich von Kinofilmen inspirieren lassen. 2011 wurde er wegen des Verstoßes gegen Bewährungsauflagen verhaftet.

Täter brach schon einmal aus und wurde gefasst

Faïd war im April wegen eines Raubüberfalls, bei dem eine Polizistin ums Leben kam, zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Bereits im Jahr 2013 hatte er versucht auszubrechen: Damals nahm er vier Wärter als Geiseln. In Frankreich und Belgien wurde sofort eine Großfahndung gestartet. Auch Interpol schaltete sich ein. Der Mann wurde als besonders gefährlich eingestuft. Sechs Wochen später wurde Faïd in einem Hotel in der Nähe von Paris gefasst.