Gewalt

Blutbad bei US-Zeitung – Journalisten identifiziert

In einer Zeitungsredaktion in Annapolis wurden fünf Menschen erschossen. Die Redaktion hat nun Informationen zu den Opfern geliefert.

Sicherheitskräfte vor dem Gebäude der Zeitung „Capital Gazette“ in Annapolis.

Sicherheitskräfte vor dem Gebäude der Zeitung „Capital Gazette“ in Annapolis.

Foto: JOSHUA ROBERTS / REUTERS

Annapolis.  Auf ihrer Internseite hat die US-Lokalzeitung „Capital Gazette“ den Opfern der Schießerei in ihren Redaktionsräumen gedacht. Darunter sind zwei Frauen: Eine Verkaufsassistentin, die erst kurz bei dem Blatt war, sowie eine Lokalreporterin und Kolumnistin. Getötet wurden auch ein langjähriger Sportjournalist, ein Leitartikel-Autor und der stellvertretende Chefredakteur.

Vor den tödlichen Schüssen in der Zeitungsredaktion der „Capital Gazette“ aus der US-Stadt Annapolis hat es nach Angaben der Polizei Drohungen gegen die Redaktion gegeben. Die Drohungen seien über soziale Medien ausgesprochen worden, sagte Polizeichef Bill Krampf in der Nacht zu Freitag.

Der Angreifer war am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in das Redaktionsgebäude eingedrungen und erschoss fünf Menschen. Nach Berichten mehrerer US-Medien handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 38 Jahre alten Mann aus der Region. Er habe mit dem Blatt seit Jahren einen erbitterten Rechtsstreit ausgefochten.

Der Mann wurde festgenommen. Nach Angaben der Polizei kooperierte er nur bedingt.

Über den Täter sagte ein Polizeisprecher: „Nach meinen Erkenntnissen war er verärgert über die Zeitung als Ganzes.“ Der Mann habe nicht einzelne Reporter gezielt als Opfer ausgesucht. Der Sender NBC hatte zuvor berichtet, der Tatverdächtige habe vor Jahren einen Rechtsstreit mit dem Blatt ausgetragen – und diesen verloren.

Schüsse mit einem Gewehr

Der Angriff mit einer Schusswaffe mit langem Lauf sei gezielt gewesen. Der Täter sei vorbereitet gewesen, sagte Krampf. Unter anderem hatte er Flüssigkeiten dabei, die Rauch verursachten. Reporter des Blattes berichteten, wie sie sich unter ihren Schreibtischen verschanzten. „Ich habe nur gehofft, dass mein Telefon nicht klingelt”, sagte der Journalist Phil Davis dem US-Sender CNN.

Eine andere Reporterin musste den Tod eines Kollegen aus nächster Nähe mit ansehen: “Ich sah nicht den Täter, aber ich sah, wie er getroffen wurde. Er ging zu Boden”, sagte sie.

Am Freitag veröffentlichte die „Capital Gazette“ einen trotzigen Tweet mit dem Satz: „Ja, wir bringen morgen eine verdammte Zeitung heraus.“

(dpa)

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