Vergewaltigung

Fall Susanna: Polizei vermutete zunächst kein Verbrechen

Die Mutter der getöteten Susanna hatte eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Doch weder sie noch die Polizei rechneten mit einer Straftat.

In Mainz haben Trauernde Kerzen und Blumen nach dem Tod der 14-jährigen Susanna niedergelegt.

In Mainz haben Trauernde Kerzen und Blumen nach dem Tod der 14-jährigen Susanna niedergelegt.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Mainz.  Die Polizei in Mainz hat im Fall der getöteten Susanna eingeräumt, dass sie zu Beginn des Falles nicht mit einem Verbrechen gerechnet habe. Die Mutter hatte sich am 23. Mai bei der Polizei gemeldet und ihre Tochter als vermisst gemeldet. Am 6. Juni wurde dann ihre Leiche gefunden.

Wie Polizeipräsident Reiner Hamm am Freitag berichtete, hat die Mutter allerdings im Gespräch mit Beamten den Eindruck erweckt, dass sie sich keine Sorgen wegen eines Gewaltverbrechens mache. Die 14-jährige Susanna habe demnach der Mutter mitgeteilt, dass sie am 22. Mai einen Zug verpasst habe und bei einer Freundin übernachten würde.

Susannas mutmaßlicher Mörder Ali B. weiter in Untersuchungshaft

Laut der Mutter sei Susanna zudem schon öfters von zuhause weg gewesen. Den Ermittlern zufolge hatte Susanna in der Vergangenheit auch angekündigt, verschwinden und nicht mehr zurückkommen zu wollen. Susanna hatte den Angaben zufolge schon mehrfach an verschiedenen Orten in Wiesbaden übernachtet. Auch habe sie nach den Osterferien häufiger unentschuldigt in der Schule gefehlt. Die Beamten in Mainz hätten sich deshalb dem Eindruck der Mutter deshalb angeschlossen.

Die 14-jährige Susanna aus Mainz war den Ermittlungen zufolge am Abend des 22. Mai oder in der folgenden Nacht in Wiesbaden vergewaltigt und umgebracht worden.

Nach Hinweisen von Freundinnnen startete Polizei Handy-Ortung

Am 28. Mai berichtete laut Polizei ein Mädchen aus der Wiesbadener Clique der Mutter, sie habe gehört, dass Susanna „geklaut“ werden würde. Im Anschluss sei von der Wiesbadener Polizei eine Handy-Ortung gemacht worden, die erfolglos gewesen sei.

Am 29. Mai hätten sich drei Mädchen an Susannas Mutter gewandt. Alle hätten nach eigener Aussage einen Anruf mit unterdrückter Nummer erhalten, eine männliche Stimme sei dran gewesen. Die habe einmal gesagt, Susanna liege tot an einem zentralen Platz in der Wiesbadener Innenstadt, einmal, dass sie tot sei und einmal, dass sie tot und in Wiesbaden-Erbenheim sei. Im Anschluss startete laut Polizei eine große Suchaktion.

Ihre Leiche wurde am Mittwoch vergangener Woche (6. Juni) nahe einem Bahngleis im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim gefunden. Als Verdächtiger sitzt der Iraker Ali B. in Untersuchungshaft . (dpa)