Asylpolitik

Afghane verhindert Abschiebung durch Sprung aus dem Fenster

Ein Mann, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, wollte sich der Abschiebung entziehen. Er sprang aus dem Fenster.

In Göttingen ist ein Flüchtling aus einem Gebäude gesprungen, weil er sich der Abschiebung entziehen wollte.

In Göttingen ist ein Flüchtling aus einem Gebäude gesprungen, weil er sich der Abschiebung entziehen wollte.

Foto: Deutzmann / imago/Deutzmann

Göttingen.  In Göttingen ist eine Abschiebung gescheitert, weil der betroffene Flüchtling aus dem Fenster sprang. Der Afghane sei in einer Unterkunft für Geflüchtete durch ein Fenster im zweiten Stock auf den Rollladenkasten eines Fensters im ersten Obergeschoss geklettert und von dort auf die Grasfläche vor dem Gebäude gesprungen, sagte Stadtsprecher Dominik Kimyon am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst. Als erstes hatte das „Göttinger Tageblatt“ online über den Vorfall berichtet.

Den Angaben zufolge verletzte sich der Mann bei dem Sprung an der Ferse, er werde zurzeit im Krankenhaus behandelt. Kimyon sagte, es seien bei dem Flüchtling bereits zuvor medizinische Probleme bekannt gewesen. Er leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Deshalb sei ein Mediziner bei dem Abschiebeversuch dabei gewesen.

Der Afghane habe in die Niederlande abgeschoben werden sollen, die nach den Dublin-Verordnungen für sein Verfahren zuständig gewesen seien. Weil die Überstellungsfrist nun abgelaufen sei, werde der Mann in das deutsche Asylverfahren aufgenommen und nicht mehr abgeschoben. (epd)

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