Todesfall

Starkoch und CNN-Reisereporter Anthony Bourdain ist tot

Er reiste in die abgelegensten Gegenden und aß ungewöhnliche Speisen: Jetzt ist der Reisereporter und Koch Anthony Bourdain gestorben.

Anthony Bourdain starb im Alter von 61 Jahren.

Anthony Bourdain starb im Alter von 61 Jahren.

Foto: dpa Picture-Alliance / Dennis Van Tine/Geisler-Fotopres / picture alliance / Geisler-Fotop

Berlin.  Der US-amerikanische Starkoch, Bestsellerautor und Reporter Anthony Bourdain ist tot. Das berichtet der Nachrichtensender CNN. Er wurde 61 Jahre alt.

Bourdain hatte seit Jahren unter den Titeln „No Reservations“ und „Parts Unknown“ für CNN Reiseberichte geliefert, in denen es vor allem auch um Essenskultur ging. In Deutschland waren sie unter dem Titel „Anthony Bourdain – eine Frage des Geschmacks“ etwa bei Kabel Eins, DMAX und im Discovery Channel zu sehen.

Bourdain „war ein einzigartiger Geschichtenerzähler“

Dem CNN-Bericht zufolge hat Bourdain sich das Leben genommen. Er sei in Frankreich gewesen, um eine Folge für seine CNN-Serie zu drehen. Der Reporter sei in einem Luxushotel im elsässischen Ort Kaysersberg gestorben, bestätigte die Staatsanwaltschaft von Colmar.

„Mit besonders großer Trauer bestätigen wir den Tod unseres Freundes und Kollegen Anthony Bourdain“, hieß es in einem Statement des Senders: „Seine Liebe zu großen Abenteuern, neuen Freunden, hervorragendem Essen und Trinken und den bemerkenswerten Geschichten der Welt machten ihn zu einem einzigartigen Geschichtenerzähler. Seine Talente haben uns immer wieder in Erstaunen versetzt, und wir werden ihn sehr vermissen.“

Bourdain verriet, „was Sie über Restaurants nie wissen wollten“

Der aus New York stammende Bourdain wuchs im benachbarten New Jersey auf und absolvierte das renommierte Culinary Institute of America. Er arbeitete als Koch in New Yorker Restaurants und wurde Chefkoch in der inzwischen geschlossenen Brasserie Les Halles.

Sein Wechsel in die Welt der Restaurantkritiker kam durch einen Artikel im „New Yorker“, den er dem Magazin auf eigene Initiative geschickt hatte. Der Beitrag mit dem Titel „Iss nicht, bevor du das hier gelesen hast“ legte Details über die Arbeitsweise von Restaurants und deren Küchen offen. Bourdain erweiterte den Text zu einem Buch, „Geständnisse eines Küchenchefs: Was Sie über Restaurants nie wissen wollten“ wurde zum Bestseller.

Mit Obama ging Bourdain in Hanoi essen

Für CNN besuchte Anthony Bourdain weniger bekannte Orte der Welt und deren Restaurants. „Wir stellen sehr einfache Fragen“, beschrieb er seinen Ansatz in der Sendung einmal. „Was macht dich glücklich? Was isst du? Was kochst du gern?“ Meist bekämen er und sein Team dabei erstaunliche Antworten.

Besonders bekannt wurde Bourdains Show durch eine Folge, in der er mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama im vietnamesischen Hanoi in einem einfachen Restaurant isst.

• Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

(moi/dpa)

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.