Angriff

Messerattacke im Zug: Angreifer griff zuerst Polizistin an

Der Messerangriff in einem Zug in Flensburg ist anders verlaufen als zunächst vermutet. Die Polizei gab neue Informationen bekannt.

Nach einem Messerangriff in einem Zug war der Flensburger Hauptbahnhof am Mittwoch gesperrt worden.

Nach einem Messerangriff in einem Zug war der Flensburger Hauptbahnhof am Mittwoch gesperrt worden.

Foto: Sebastian Iwersen / dpa

Flensburg.  Nach der Messerattacke in einem Intercity-Zug in Flensburg gibt es neue Erkenntnisse zum Tathergang. Der Angreifer soll zuerst eine 22-jährige Polizistin und danach einen anderen Fahrgast angegriffen haben, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Zuerst hatte es geheißen, die Polizistin habe eingegriffen, als ein Fahrgast bereits von dem 24-jährigen Eritreer verletzt worden war. Den aktuellen Berichten zufolge habe der Mann aus Eritrea die 22-jährige Beamtin mit einem Küchenmesser angegriffen, als sie beim Halt in Flensburg zur Ausgangstür gehen wollte.

Die Beamtin, die nicht dienstlich unterwegs war, aber ihre Uniform trug, hatte den Tatverdächtigen nach der Attacke am Mittwochabend mit ihrer Dienstwaffe erschossen. Ein 35-jähriger Mitreisender, der ihr zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei sei es ihm noch gelungen, die beiden zu trennen.

Ermittler in Flensburg gehen trotzdem nicht von Terrorakt aus

Er ging jedoch zu Boden, habe eine schwere Stichverletzung erlitten und sich den Arm gebrochen. Der Auslöser, der zu dem Angriff auf die Polizeibeamtin führte, sei weiterhin unbekannt.

Nach den neuesten Erkenntnissen geht die Polizei nach wie vor nicht von einer terroristisch motivierten Tat aus. „Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Getöteten haben keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund ergeben“, hieß es.

Die Obduktion vom Donnerstag konnte jedoch zweifelsfrei klären, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen eritreischen Staatsbürger handelt. Dieser war im September 2015 nach Deutschland eingereist und hatte eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Er wohnte in Nordrhein-Westfalen. Für ihr Eingreifen war die Beamtin parteiübergreifend gelobt worden. (dpa)