Windsor

Stolz auf persönliche Hochzeitseinladung

Saeed Atcha zählt als ein Vertreter des Volkes zu den Gästen, die aufs Schlossgelände dürfen

Windsor. Eine kleine quietschgrüne Karte, dünn und flattrig wie ein Klebezettel, mit einem kleinen royalen Wappen – so unspektakulär sieht sie aus, die derzeit wohl begehrteste Einladung der Welt. Stolz hält Saeed Atcha die royale Hochzeitseinladung für ein Foto in die Kamera. Passanten bleiben stehen, machen Selfies mit ihm. Er posiert bereitwillig.

Die Einladung macht den 21-jährigen Briten mit indischen Wurzel plötzlich selbst zu einem kleinen Star. Atcha, der eine Stiftung für Jugendbildung leitet und ­in der Nähe von Manchester lebt, lehnt lässig an der Absperrung, ne­ben ihm ein royaler Fan: Union-Jack-Hut, Meghan-und-Harry-T-Shirt. Gerade rollt er seinen Schlafsack zusammen. Vor drei Tagen war er schon angekommen, um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Atcha hat das nicht nötig: Er darf zur Trauung hinter die Absperrung – zwar nicht in die Kirche, aber aufs Schlossgelände. „Natürlich ist das eine große Ehre“, sagt er. „Aber auch ziemlich teuer.“ Mehr als 1000 Euro hat er schon ausgegeben – für einen eleganten Anzug, Anreise und Unterkunft. Wobei es gar nicht so leicht war, etwas zu buchen. Nur wenige Stunden nachdem Harry und Meghan ihren Hochzeitstermin bekannt gegeben hatten, waren die Hotels in Windsor fast ausgebucht. Atcha wohnt drei Kilometer außerhalb von Windsor: für rund 300 Euro die Nacht. Dafür speist er aber exquisite Kanapees, oder? Atcha schüttelt den Kopf. „Ich habe einen Brief aus dem Palast bekommen. Da stand drin: Bitte das Essen selbst mitbringen“, sagt er. „Ehrlich gesagt finde ich das ganz schön knausrig.“ Ein paar Gurken-Sandwiches für das geladene gemeine Volk hätten doch drin sein können. So fühle er sich wie ein Gast zweiter Klasse.

Trotzdem denkt er positiv und hält Meghan für die perfekte Frau für Prinz Harry. Sie sei eine, die die Monarchie vielleicht etwas toleranter mache.