Amoklauf

Zehn Tote bei Schulmassaker in Texas – Verdächtiger ist 17

In einer Schule in Texas gab es eine Schießerei. Dabei starben zehn Menschen. Die US-Polizei fand Sprengsätze des Täters in der Schule.

Schülerinen der Santa Fe High School in Texas nach den Schüssen.

Schülerinen der Santa Fe High School in Texas nach den Schüssen.

Foto: Michael Ciaglo / dpa

Houston.  Bei Schüssen in einer High School in Texas in Santa Fe sind nach Angaben des Gouverneurs von Texas, Greg Abbott, zehn Menschen getötet worden. Die meisten Todesopfer seien Schüler gewesen, sagte Sheriff Ed Gonzalez am Freitag.

Darüber hinaus habe es zahlreiche Verletzte gegeben, darunter ein Polizist. Die Tat ereignete sich in der Nähe von Houston im US-Bundesstaat Texas.

Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen. Laut Behörden um einen 17-Jährigen, der Sheriff sprach von einem ehemaligen Schüler der High School. Er sitzt in Haft und wird wegen Morders und Angriff auf einen Polizisten angeklagt. Der Gouverneur von Texas Greg Abbott sagte am Nachmittag vor der Presse, dass bei der Tat zwei Waffen genutzt worden seien: eine Schrotflinte und rein Revolver. Beide Waffen sollen dem Vater des mutmaßlichen Schützen gehört haben.

Mitschüler beschrieben den jungen Mann als Eigenbrötler, der oft in einem schwarzen Trenchcoat unterwegs war. Der Mann wurde noch am Freitag wegen Mordes angeklagt.

Es war der letzte Prüfungstag an der Schule in Santa Fe

Eine zweite Person sei ebenfalls festgenommen worden. Dabei habe es sich um eine „Person von Interesse“ gehandelt, sagte Sheriff Gonzalez. Die Polizei erklärte, es gebe in der Schule und in deren Umfeld Sprengfallen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf die Polizei, in der Schule und in der Umgebung seien solche Sprengsätze entdeckt worden, die vermutlich vom Todesschützen stammen.

US-Fernsehsender zeigten Bilder von einem großen Polizeiaufgebot vor dem Schulgebäude, wo rund 1500 Kinder und Jugendliche zur Schule gehen. Am Freitag war der letzte Tag schulinterner Prüfungen. Ob dies mit der Tat in Verbindung steht, war zunächst unklar.

US-Präsident Donald Trump ließ sich informieren. „Es sieht nicht gut aus“, schrieb er auf Twitter. Trump bezeichnete die Tat als „absolut schrecklich“. Es müsse künftig sichergestellt werden, dass Schusswaffen nicht in die Hände derer geraten, die eine Bedrohung darstellen. „Dies ist ein sehr trauriger Tag“, sagte der Präsident.

„Ich hörte bumm, bumm, bumm“

Eine junge Frau, die Augenzeugin des Geschehens war, berichtete dem Sender CBS: „Als der Alarm losging, rannten alle nach draußen. Und als nächstes hörte ich bumm, bumm, bumm. Ich rannte so schnell ich konnte zu einem nahen Waldstück, wo ich mich verstecken und meine Mutter anrufen konnte.“

Andere berichteten, wie ein Schütze in ihr Klassenzimmer trat und das Feuer eröffnete. „Eine Mitschülerin wurde ins Bein getroffen“, sagte ein Schüler.

Sheriff Ed Gonzalez erklärte, die Polizei sei mit großem Aufgebot zur Schule ausgerückt. Passanten rief er auf, die Gegend um das Schulgebäude zu meiden. Schüler und Mitarbeiter der Schule seien in eine Turnhalle in der Nähe gebracht worden. Bilder in US-Medien zeigen, wie Schüler vor der Schule auf einem Sportplatz stehen.

Die Santa Fe High School ist eine große Schule mit fast 1500 Schülern, rund eine Autostunde von Houston entfernt gelegen. 80 Prozent der Schüler sind Weiße.

US-Präsident Donald Trump sagte im Weißen Haus angesichts der „absolut schrecklichen“ Tat, es müsse künftig sichergestellt werden, dass Schusswaffen nicht in die Hände derer gerieten, die eine Bedrohung darstellten. „Meine Regierung ist entschlossen, alles zu tun, unsere Schüler zu schützen, die Schulen sicher zu machen.“ Dies sei ein sehr trauriger Tag für Amerika, sagte er weiter. Bis Dienstagabend sollen alle Flaggen auf halbmast gesetzt werden.

Tote und Verletzte durch Schusswaffen sind an US-High-Schools keine Seltenheit. Seit dem Schulmassaker von Parkland , bei dem im Februar 17 Menschen starben, gab es landesweit Proteste von Schülern für eine Verschärfung der Waffengesetze.

Im April hatten bei rund 2500 Veranstaltungen in den gesamten USA Schüler gegen die Waffengewalt protestiert, vielerorts wurde die Schule bestreikt.

Donald Trump hält zur Waffenlobby

Trump hatte erst vor wenigen Wochen ungeachtet dieser Proteste der mächtigen Waffenlobby seine Unterstützung zugesichert. „Eure Rechte aus dem zweiten Verfassungszusatz stehen unter Beschuss, aber sie werden niemals unter Beschuss stehen, solange ich Euer Präsident bin“ , hatte Trump auf der Jahresversammlung der Waffenlobby NRA (National Rifle Association) in Dallas erklärt.

Der zweite Verfassungszusatz verankert das Recht auf Selbstverteidigung - und damit auf Waffenbesitz. Nach dem Massaker von Parkland hatte Trump zunächst eine Verschärfung der Waffengesetze befürwortet, war aber später davon wieder abgerückt.

Die Organisation der Schüler von Parkland erklärte sich solidarisch mit ihren Mitschülern in Texas und forderte die Politik zum Handeln auf. Obwohl dies der 22. Schusswaffengebrauch dieses Jahres in einer Schule sei, dürfe es „nicht unter den Teppich gekehrt und vergessen werden“, erklärten die Schüler. „Wenn nichts unternommen wird, werden weiter Tragödien wie diese passieren.“ (dpa/W.B.)