Gesangswettbewerb

Michael Schulte: Das ist die deutsche Hoffnung beim ESC 2018

| Lesedauer: 4 Minuten
Bastian Angenendt
Michael Schulte: Das ist die deutsche Hoffnung beim ESC 2018

Michael Schulte: Das ist die deutsche Hoffnung beim ESC 2018

Nach drei Jahren auf den untersten Plätzen will Deutschland beim ESC 2018 mit Michael Schulte mal wieder jubeln können. Wir zeigen, wie es der Lockenkopf nach Lissabon schaffte.

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In den letzten Jahren landete Deutschland beim ESC auf den untersten Plätzen. Michael Schulte will es nun in Lissabon besser machen.

Berlin.  Nach zwei letzten Plätzen und einem vorletzten Platz hoffen die deutschen Fans des Eurovision Song Contests (ESC) in diesem Jahr auf die Trendwende, auf mehr Punkte, auf eine bessere Platzierung. Der Hoffnungsträger: Michael Schulte, der mit seinem Song „You Let Me Walk Alone“ in Lissabon antritt.

Wer ist der Lockenkopf, der Deutschland am kommenden Samstag in Lissabon vertritt? Wir zeigen, was man über den 28-Jährigen aus Buxtehude bei Hamburg wissen muss.

Die Anfänge

Am Anfang der Karriere von Michael Schulte stand ein Mausklick. 2008, also im Alter von 17 Jahren, eröffnete Michael Schulte seinen YouTube-Kanal. Dass die Videos seiner Songs später zum Teil Millionen Klicks abräumen und sein Kanal mehr als 200.000 Abonnenten sammeln würde, sei für ihn aber nicht vorherzusehen gewesen. Er sei, sagt Schulte, „in die Musiksache reingeschlittert“.

Zunächst postete Schulte vor allem Coversongs, später auch immer mehr eigene Lieder – wie auch sein ESC-Song eines ist. Mehrere Videos knackten bei den Klicks die Millionenmarke, sein erfolgreichstes Video wurde sogar mehr als 4,7 Millionen Mal angeschaut – ein Cover des Gotye-Songs „Somebody That I Used To Know“ im Duett mit Max Giesinger.

Die erste große Bühne

Nachdem Schulte schon zuvor ein paar Anfragen von Fernsehmachern abgelehnt hatte, konnte ihn ProSieben 2011 für die erste Staffel von „The Voice of Germany“ gewinnen. Er schaffte es zusammen mit Ivy Quainoo, Kim Sanders und Max Giesigner ins Finale – und auf Rang drei.

Der TV-Auftritt bescherte ihm auch seinen ersten großen Chart-Erfolg: Sein Finalsong „Carry Me Home“, den er später auch auf der Tour seines bei „The Voice“-Coaches Rea Garvey promoten konnte, erreichte 2012 die Top Ten.

Seit 2011 sind zwölf Platten von Schulte erschienen, gerade pünktlich zu seinem ESC-Auftritt kommt in diesen Tagen sein neues Album „Dreamer“ raus.

Der ESC-Song

„You Let Me Walk Alone“ handelt von Schultes verstorbenem Vater. Nachdem er von seiner Teilnahme beim ESC-Vorentscheid erfahren habe, sagt Schulte, habe er zehn Songs geschrieben – und sich am Ende für die emotionale Ballade entschieden.

„Ich singe einen sehr persönlichen, sehr emotionalen Song und hoffe, dass das bei den Leuten, die vor dem Fernseher sitzen, auch ankommt und dass die merken, der Junge der steht auf der Bühne, der macht das nicht, weil er reich und berühmt werden möchte, sondern der macht das, weil er für die Musik lebt“, sagt Schulte über seine Liedauswahl.

Beim Vorentscheid im Februar bekam „You Let Me Walk Alone“ sowohl von Expertenjury als auch von den Zuschauern die Höchstpunktzahl zugesprochen.

Die Chancen beim ESC-Finale

Glaubt man Wettanbietern und Buchmachern, wird Schulte zumindest mit den obersten Plätzen nichts zu tun haben. So erfolglos wie zuletzt Levina, Jamie-Lee und Ann Sophie dürfte er laut mehreren Experten allerdings nicht bleiben.

Peter Urban zum Beispiel, der den ESC jetzt schon zum 21. Mal für die ARD kommentieren wird, rechnet dem deutschen Starter gute Chancen aus: „Ohne groß zu orakeln, glaube ich an einen guten Platz, auch weil das Lied anders ist als der Rest des Feldes – Michael hätte es verdient.“

Und Schulte hat in seinen ersten Tagen in Lissabon bereits positiv überraschen können. Als er bei seiner ersten Probe für das Finale des Eurovision Song Contests (ESC) zur Gitarre griff, ließ der Deutsche „Fly on the Wings of Love“ ertönen, den Siegersong der Olsen Brothers aus dem Jahr 2000 – gesungen in astreinem Dänisch. Fans und Journalisten waren entzückt. Schulte ist rund um Flensburg aufgewachsen und hat dänische Schulen besucht.

Bei einer weiteren Probe soll er mit seinem Final-Song einige Zuschauer zum Weinen gebracht haben. Sollten die TV-Zuschauer am Samstag ähnlich rührselig sein, könnte es vielleicht klappen mit Schultes Wunschziel: die Top Ten. Oder wie man in diesen Tagen als deutscher ESC-Fan sagt: ein Riesenerfolg.

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