Spielzeug-Dolch

Nach Messerattacken: Kritik an „Waffe“ in „Micky Maus“-Heft

Ein Mordwerkzeug als Spielzeug? Dem aktuellen „Micky Maus“-Heft liegt ein Plastikdolch bei. Es hagelt Kritik. Der Verlag hat reagiert.

Nach Messerattacken: Kritik an „Waffe“ in „Micky Maus“-Heft

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Nach Messerattacken: Kritik an „Waffe“ in „Micky Maus“-Heft

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Berlin.  „Die perfekte Waffe für echte Helden“: Mit diesen Worten preist das aktuelle „Micky Maus“-Heft einen beigelegten Pastikdolch an – die rund 30 Zentimeter große Spielzeugwaffe provoziert derzeit bei Politikern wie Elternvereinen Unverständnis.

„Ein Dolch symbolisiert Gewalt, weil er ein Mordwerkzeug ist. Kinder müssen lernen, Konflikte gewaltlos zu lösen, statt noch zu Gewaltfantasien angeregt zu werden“, kritisierte die Sprecherin des Elternvereins NRW gegenüber dem „Express“. Der Unmut regt sich auch vor dem Hintergrund der Berichterstattung der Messerangriffe. „Kindern solches Spielzeug in die Hand zu geben verbietet sich von allein, aber besonders in der heutigen Zeit“, so die Sprecherin des Elternvereins.

Egmont-Ehapa-Verlag reagiert mit Statement

Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (61, parteilos), selbst Opfer einer Messerattacke, übt gegenüber der Zeitung Kritik: „Wegen meiner persönlichen Erfahrung finde ich solches „Spielzeug“ befremdlich. Ganz grundsätzlich hätte ich mir hier etwas mehr Sensibilität gewünscht. Besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Anzahl von Gewalttaten an Schulen sollten Verlage, die Kinder- und Jugendzeitschriften herausgeben, besonders verantwortungsvoll sein.“

Der Egmont-Ehapa-Verlag, in dem das „Micky Maus“-Heft erscheint, hat inzwischen mit einem Statement auf die Kritik reagiert: „Egmont Ehapa Media bedauert es außerordentlich, sollte unser Kinderspielzeug in einem falschen Kontext verstanden werden“, heißt es in einer Mitteilung, die unserer Redaktion vorliegt. „Nichts steht unserem Unternehmen ferner als Gewaltverherrlichung oder Unangemessenheit in jedweder Form gegenüber unserer jungen Zielgruppe.“

Der Verlag weist außerdem in seinem Statement darauf hin: „Ob klar erkennbare Spielzeugwaffen Einfluss auf Heranwachsende haben oder ob das Spielen damit im Rahmen von Rollenspielen bei Kindern (Ritter, Pirat, Cowboy, etc.) Bestandteil der natürlichen Entwicklung ist, wird auch unter Kinderpsychologen kontrovers diskutiert“. (les)