Tierart

Der Punk unter den Schildkröten atmet durch die Genitalien

Noch schwimmt die Schildkröte mit dem grünen Irokesen durch den australischen Mary River. Doch ihr Überleben steht auf dem Spiel.

Bei längeren Tauchgängen atmet die Mary-River-Schildkröte durch ihre Genitalien.

Bei längeren Tauchgängen atmet die Mary-River-Schildkröte durch ihre Genitalien.

Foto: SOCIAL MEDIA / REUTERS

Queensland.  Die Mary-River-Schildkröte muss gerettet werden, sagt die Zoologische Gesellschaft von London (ZSL). Das Tier mit Algen-Punk-Haarschnitt ist im australischen Mary River zu finden – und noch in einigen privaten Haushalten. Inzwischen gehört das früher beliebte Haustier zu den gefährdeten Arten.

Die australische Regierung unternehme nicht genug, um die Mary-River-Schildkröte zu retten, berichtete die britische Tageszeitung „Guardian“ am Donnerstag. Es fehle ein nationaler Plan, um die Tiere vor dem Aussterben zu schützen.

Bis zu 72 Stunden unter Wasser

Der Punk unter den Schildkröten steht auch auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Bereit seit 1970 sei die Zahl der Schildkröten steil gesunken, berichtet die Zoologische Gesellschaft. Die hatte die Schildkröte am Mittwoch auch auf ihre Liste gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Reptilien gesetzt.

Das schräge Tier fällt nicht nur durch seinen Algen-Irokesenschnitt auf dem Kopf auf. Die Mary-River-Schildkröte kann bei längeren Tauchgängen auch durch ihre Genitalien atmen. Dadurch könne sie bis zu 72 Stunden lang unter Wasser bleiben, schreibt die ZSL.

Der Bau von Staudämmen und Wilderer, die ihre Eier für den Tierhandel gesammelt haben, sollen laut ZSL den Artenrückgang mitverursacht haben. (sth)