Kleintransporter-Vorfall

Augenzeuge von Münster: „Immer Angst, dass so was passiert“

Öhmer K. hat in Münster in einem Restaurant gearbeitet, als ein Fahrzeug in eine Menschengruppe raste. Wir haben mit ihm gesprochen.

In Münster hat es einen tragischen Zwischenfall gegeben

Ein psychisch auffälliger Deutscher soll nach Angaben der Polizei einen Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren haben. Dabei sind drei Menschen gestorben. Der Täter hat sich anschließend selbst getötet.

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Münster.  Öhmer K. (56) steht mit seinen Kollegen vor einer Polizeiabsperrung. Zur Zeit des Vorfalls hat er 20 Meter entfernt in dem Restaurant Machello gearbeitet. „Es ist natürlich ein großer Schock für uns alle“, sagt er. „Ich hatte immer Angst, dass so etwas passiert.“

Nach Angaben von Gästen aus dem Café soll das Fahrzeug bewusst um die Pfeiler herum und in die Menschenmenge gefahren sein. Ein Pfeiler sei für Bauarbeiten aus dem Boden genommen worden. Dadurch habe das Auto in die Altstadt fahren können.

„Es hat einen lauten Knall gegeben, und ich habe eine Frau schreien hören.“ Innerhalb von drei bis fünf Minuten sei die Straße voll mit Polizeiautos gewesen. Die Cafés und umliegenden Läden seien umgehend geräumt worden.

Bei Evakuierung alles stehen und liegen lassen

Es blieb keine Zeit, um private Gegenstände mitzunehmen. Gegen 18.30 Uhr durfte sein Chef in Begleitung von Feuerwehr und Polizei ins Restaurant und einige Sachen der Kollegen holen.

Ein weiterer Kollege von Öhmer K. schlägt die Hände über den Kopf zusammen. „Münster ist eigentlich so ein ruhiges Städtchen. Hier gibt es nur nett Leute“, sagt Josef Vonderhaar (38). Er ist Küchenchef im Machello, wo auch Öhmer K. arbeitet.

Von dem Vorfall selber habe er nichts mitbekommen aber „wir wurden ganz rabiat von der Polizei aus dem Restaurant geholt“. Er habe nicht einmal die Gelegenheit gehabt, alle Geräte in der Küche auszuschalten.

„Unser ganzes Hab und Gut ist noch da drin. Ich habe bisher nur meine Jacke zurück bekommen“, sagt Vonderhaar. Zwei Freunde von ihm wohnen in der abgesperrten Zone. „Die nehme ich gleich erstmal mit zu mir“, sagt Vonderhaar.

„Wären wir nicht einkaufen gegangen, wären wir vielleicht tot“

Gegen 19 Uhr kommt ein Ehepaar zur Absperrung. „Wir können nicht in unsere Wohnung zurück und nicht einmal unseren Sohn in London kontaktieren, dass es uns gut geht“, sagen sie. Die Frau leiht sich von einer Passantin ein Handy und holt ihr Telefonbuch heraus. „Hallo Schatz, ich wollte dir nur kurz sagen, dass wir noch leben. Wären wir nicht einkaufen gegangen oder es wäre eine halbe Stunde vorher passiert, dann wären wir jetzt vielleicht tot.“

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