Osterwoche

Gründonnerstag: Was bedeutet der Tag eigentlich?

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Warum heißt der Donnerstag vor Ostern Gründonnerstag? Und was wird an diesem Tag eigentlich zelebriert? Antworten auf drängende Fragen.

Hamburg/Berlin.  Dass der Karfreitag an den Tod Jesu erinnert, das wissen die meisten noch. Und dass an Ostern seine Auferstehung gefeiert wird, auch. Aber was genau feiern Christen am Gründonnerstag? Und woher kommt das „grün“ im Namen?

Wie steht es in der Bibel?

Am Gründonnerstag, kam Jesus ein letztes Mal mit seinen zwölf Jüngern zusammen, um das Abendmahl zu feiern, das sogenannte Pessachfest. Christen glauben, dass Jesus an diesem Tag zum letzten Mal mit seinen Anhängern das Brot brach und sie auf seinen bevorstehenden Tod vorbereitete.

Nach dem Abendmahl soll Jesus sich in den Garten Gethsemane zum Gebet zurückgezogen haben, wo er schließlich von einem seiner Jünger, Judas, an die Gefolgsleute des römischen Kaisers Pontius Pilatus verraten wurde.

Am Abend des Gründonnerstags beginnt das so genannte Triduum Sacrum, die Feier der drei österlichen Tage (Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag). Die erweiterte Karwoche beginnt jedoch schon eine Woche vor Ostern, am Palmsonntag.

Woher kommt der Name?

Woher der Name Gründonnerstag stammt, ist unklar. Es gibt verschiedene Thesen:

(1) Das Grün kommt nicht von der Farbe, sondern vom alt- und mittelhochdeutschen Wort „greinen“, was so viel bedeutet wie trauern, klagen oder winseln. Da Jesus in der Nacht von Donnerstag auf Freitag verraten wurde, gilt auch schon der Donnerstag vielen Christen als Trauertag.

(2) Oder die Farbe spielt doch eine Rolle, entweder im Zusammenhang mit dem vorchristlichen Brauch, besonders grünes Gemüse zu verzehren, um sich die Kraft des Frühlings zunutze zu machen und Energie für die bevorstehende Aussaat und Feldarbeit zu sammeln. Dann hätten Christen diesen Brauch aus vorchristlichen Traditionen adaptiert und zu einer Fastenvorschrift für Gründonnerstag gemacht.

(3) Oder – auch möglich – es ist eine Herleitung von virides (latein. „die Grünen“), wie man die Büßer bezeichnete, die, von ihren Sünden beschwert, laut Lukas-Evangelium wie „dürres Holz“ gewesen waren und nun durch den Kirchenbußerlass wieder zu „grünem Holz“ wurden.

Wie wird der Gründonnerstag gefeiert?

Der Gründonnerstag wird in den verschiedenen christlichen Kirchen (evangelische, römisch-katholische, altkatholische und orthodoxe) mit leicht unterschiedlichem Brauchtum begangen. In allen Kirchen wird das letzte Abendmahl gefeiert. Oftmals wird auf Instrumente wie Orgelspiel verzichtet. Auch die Glocken läuten erst wieder am Ostersonntag.

Auch rituelle Fußwaschungen gehören für viele Gemeinden zum Gründonnerstag, nach Darstellung des Johannesevangeliums soll Jesus seinen Jüngern am Vorabend seines Todes ebenfalls die Füße gewaschen haben. War dieser Brauch bislang Männern vergönnt, erlaubte Papst Franziskus im Jahr 2016, dass das Ritual auch an Frauen vollzogen werden kann.

Sind die Bräuche überall gleich?

Nicht überall- Es gibt jedoch auch ein paar weniger verbreitete Brauchtümer. In Mühlhausen in Thüringen etwa soll jeder Mühlhäuser an Gründonnerstag eine gebackene Brezel essen, da ihnen sonst Eselsohren wachsen. Die Brezeln sind oft mit Pudding gefüllt, ähnlich einem Streusel-Plätzchen. In der DDR durften Schulkinder die süßen Teilchen ausnahmsweise im Unterricht essen.

Vielerorts isst man Grünes, so etwa in Österreich traditionell Spiegelei mit Spinat. In der Oberlausitz ziehen Kinder von Haus zu Haus und verlangen nach Süßigkeiten wie sonst an Halloween.

Auch noch von Interesse könnte die Bauernregel zum Gründonnerstag sein: „Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer sicher heiß“. (dpa/aba)

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