San Francisco

Drama in US-Veteranenheim

| Lesedauer: 2 Minuten

Vier Tote nach Geiselnahme in einer Pflege-Einrichtung für traumatisierte Soldaten

San Francisco. Eine stundenlange Geiselnahme in einem Pflegeheim für US-Veteranen in Kalifornien ist für den Schützen und drei Geiseln tödlich ausgegangen. Der Täter hatte das Heim, das anderthalb Autostunden nordöstlich von San Francisco liegt, am Freitagmorgen (Ortszeit) betreten. Dabei sei es zu einem Schusswechsel mit der Polizei gekommen, sagte ein Sprecher. Der Angreifer und drei als Geiseln genommene Frauen wurden rund acht Stunden später tot in einem Raum gefunden. Kontaktversuche der Polizei waren zuvor erfolglos geblieben.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen 36 Jahre alten Kriegsveteranen, der kürzlich aus einem Therapieprogramm der privaten Hilfsorganisation Pathway Home ausgeschlossen worden war. Die gemeinnützige Organisation hilft Veteranen aus dem Irak und Afghanistan beim Umgang mit Traumata. Bei den toten Geiseln handelt es sich um die Direktorin und eine Therapeutin des Programms sowie eine Psychologin, berichtete die Zeitung „The Press Democrat“ unter Berufung auf die Polizei.

Das Veteranenheim in Yountville im Napa Valley ist nach dessen Angaben das größte in den USA. Dort leben etwa 1100 ältere oder behinderte Frauen und Männer, die unter anderem im Zweiten Weltkrieg, im Vietnamkrieg und im Irak im Einsatz waren. Berichten zufolge fand in dem Heim eine Abschiedsfeier für einen Pathway-Mitarbeiter statt, als der Mann in schwarzer Schutzkleidung mit einem Gewehr den Raum betrat und sich mit den Geiseln verschanzte. Ein Hilfssheriff habe sich mit ihm einen Schusswechsel geliefert, habe ihn aber nicht überwältigen können, sagte Polizist Chris Childs. Schwer bewaffnete Kräfte rückten an und umstellten das Heim. Etwa 80 Kinder, die sich in derselben Umgebung in einem Theater aufhielten, wurden mit Schulbussen in Sicherheit gebracht.

Im Verlauf mehrerer Stunden habe man weder von dem Täter noch von den Geiseln etwas gehört oder gesehen, zitierte die Zeitung einen Polizeisprecher. Sowohl auf dem Handy des Mannes als auch auf Telefonen in seiner Nähe hätten die Verhandler angerufen. Die Ermittlungen könnten nach Polizeiangaben noch Tage dauern.

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