Tradition

Fastenzeit: 40 Tage Verzicht von Aschermittwoch bis Ostern

Fleisch, Zigaretten, Alkohol: Fasten liegt im Trend. Lesen Sie hier, woher der christliche Brauch kommt und was er eigentlich bedeutet.

Fünf wichtige Tipps für die Fastenzeit

Fünf Tipps für die Fastenzeit

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Berlin.  Der Aschermittwoch ist ein guter Tag für gute Vorsätze. Denn am Tag nach dem bunten Karnevalstreiben beginnt - zumindest in den westlichen Kirchen - die Fastenzeit. Wie wäre es mit 40 Tagen ohne Alkohol? Ohne Fleisch? Ohne Süßes? Manche verzichten auf den Fernseher, andere ganz auf Zucker oder Zigaretten.

Warum gibt es eine Fastenzeit?

Die sieben Wochen von Aschermittwoch bis Karfreitag beziehen sich auf die Heilige Schrift – in Erinnerung an Jesus, der einer biblischen Erzählung zufolge 40 Tage fastend in der Wüste verbrachte. Christen sollen sich in dieser Zeit auf das Osterfest vorbereiten, das auf die Fastenzeit folgt.

Der Verzicht, etwa auf Fleisch oder Alkohol, gilt dabei als äußeres Zeichen von Buße und Besinnung. „Die Fastenzeit ist die Zeit, Nein zu sagen“, sagt Papst Franziskus. In der katholischen Kirche wird die Fastenzeit auch als "österliche Bußzeit" bezeichnet.

Wann beginnt die Fastenzeit 2020?

Die Fastenzeit beginnt in diesem Jahr am Mittwoch, 26. Februar, und endet in der Osternacht, vom 11. auf den 12. April. Ihren Höhepunkt erreicht die Fastenzeit am Karfreitag, an dem der Kreuzigung Jesu gedacht wird. Christen begehen den Karfreitag in diesem Jahr am 10. April.

Warum fasten wir 40 Tage?

Die Dauer von 40 Tagen wird eher als symbolische und weniger als mathematische Größe verstanden. Ursprünglich – so etwa in Rom gegen Ende des 4. Jahrhunderts – soll das Fasten am 6. Sonntag vor Ostern begonnen zu haben, es endete am 40. Tag, dem Gründonnerstag.

Fastet man an allen Tagen?

Nein, die Sonntage gelten in der Fastenzeit nicht als Fastentage.

Was fastet man in der Fastenzeit?

Die Abwendung vieler Menschen von Glauben und Kirche hat dazu geführt, dass der ursprüngliche Gedanke des Fastens, also die Buße durch Einschränkungen bei Essen und Trinken, immer mehr in den Hintergrund gerückt ist.

So mancher nutzt die Fastenzeit beispielsweise, um den nächsten Diät-Versuch zu starten. Das hat dann aber weniger mit Besinnung als vielmehr mit der ersehnten Kleidergröße zu tun.

Wie fasten Christen?

Aschermittwoch und Karfreitag sind in der katholischen Kirche die strengsten Fastentage. Hier lautet die Vorschrift: klein Fleisch und nur eine sättigende Mahlzeit. Zugleich soll am Karfreitag Ruhe eingehalten werden: Laute Geräusche sollten unbedingt vermieden werden, vor allem solche, die durch Werkzeuge verursacht werden.

Doch schon im Mittelalter gab es - durchaus originelle - Versuche, die strengen Fastenvorschriften zu umgehen. Weil Fisch "erlaubt" war, gab es in Klöstern etwa ein saftiges Bibersteak zu essen. Schließlich ernährte sich der Biber doch weitestgehend von Fisch und halte sich auch oft im Wasser auf, so die Argumentation.

Auch das Fastenbier verdankt seinem Ursprung der Fastenzeit. "Trinken bricht das Fasten nicht", hieß eine klösterliche Regel. In der Fastenzeit tranken die Mönche deshalb oft täglich mehrere Krüge eines speziell gebrauten nahrhaften Fastenbieres.

Was sagen die Kirchen zu Fasten-Trends?

Die Kirchen versuchen, mit neuen Fastentrends wieder mehr Menschen zu erreichen. Jugendliche sollen das Smartphone beiseite legen, Familien den Fernseher ausgeschaltet lassen, Pendler Fahrrad statt Auto benutzen. Letzteres nennt sich dann „Klimafasten“.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat sich für die Fastenzeit 2020 das Motto "Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus" ausgedacht – mit Zuversicht soll es in der Fastenzeit gelingen, aus Krisen zu lernen.

Was hat es mit dem Aschekreuz auf sich?

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester am Aschermittwoch ein Aschekreuz auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. Dieses Kreuz gilt als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit. In der Alten Kirche wurden die Büßer am Aschermittwoch öffentlich mit Asche bestreut. Seit dem 10. Jahrhundert hat sich dann das Ritual des Aschekreuzes durchgesetzt.

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