Aschermittwoch

40 Tage ohne – Was die Fastenzeit heute noch bedeutet

Der Aschermittwoch markiert den Beginn der Fastenzeit. Doch um was geht es in den 40 Tagen eigentlich? Ums Abnehmen jedenfalls nicht.

Fünf wichtige Tipps für die Fastenzeit

Fünf Tipps für die Fastenzeit

Fünf wichtige Tipps für die Fastenzeit

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Berlin.  Der Start in die Fastenzeit am Aschermittwoch ist – neben dem Silvestertag – der beliebteste Tag für feste Vorsätze: kein Alkohol, keine Zigaretten, kein Smartphone, kein Autofahren, kein Fernsehen. Und so weiter. Und noch etwas hat die Fastenzeit mit dem Jahreswechsel gemeinsam: Wohl in den meisten Fällen hält der Vorsatz nicht besonders lange.

• Woran erinnert die Fastenzeit?

Die sieben Wochen von Aschermittwoch bis Gründonnerstag (in diesem Jahr vom 14. Februar bis 2. April) beziehen sich auf die Heilige Schrift – in Erinnerung an Jesus, der einer biblischen Erzählung zufolge 40 Tage fastend in der Wüste verbrachte. Christen sollen sich in dieser Zeit, in der die jeweiligen Sonntage nicht als Fast-Tage gelten, auf das Osterfest vorbereiten, das auf die Fastenzeit folgt. Der Verzicht, etwa auf Fleisch oder Alkohol, gilt als dabei äußeres Zeichen von Buße und Besinnung. „Die Fastenzeit ist die Zeit, Nein zu sagen“, so Papst Franziskus.

• Ist es also egal, worauf man 40 Tage verzichtet?

Die Abwendung vieler Menschen von Glauben und Kirche hat dazu geführt, dass der ursprüngliche Gedanke des Fastens, also die Buße durch Einschränkungen bei Essen und Trinken, immer mehr in den Hintergrund gerückt ist. So mancher nutzt die Fastenzeit beispielsweise, um den nächsten Diät-Versuch zu starten. Das hat dann aber weniger mit Besinnung als vielmehr mit der ersehnten Kleidergröße zu tun.

• Was sagen die Kirchen dazu?

Die Kirchen versuchen, mit neuen Fastentrends wieder mehr Menschen zu erreichen. Jugendliche sollen das Smartphone beiseite legen, Familien den Fernseher ausgeschaltet lassen, Pendler Fahrrad statt Auto benutzen. Letzteres nennt sich dann „Klimafasten“. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat sich für die Fastenzeit 2018 das Motto „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“ ausgedacht – die Gläubigen sollen sich während der Fastenzeit „nicht wegducken“. Und danach?

• Was hat es mit dem Aschekreuz auf sich?

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester am Aschermittwoch ein Aschekreuz auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. Dieses Kreuz gilt als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit. In der Alten Kirche wurden die Büßer am Aschermittwoch öffentlich mit Asche bestreut. Seit dem 10. Jahrhundert hat sich dann das Ritual des Aschekreuzes durchgesetzt.

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