Netzdiskussion

Katjes-Werbung mit Kopftuch-Model spaltet das Netz

| Lesedauer: 2 Minuten
Mit einem Model mit Kopftuch in seiner neuen Werbekampagne sorgt das Unternehmen Katjes für ordentlich Diskussion im Netz. (Screenshot)

Mit einem Model mit Kopftuch in seiner neuen Werbekampagne sorgt das Unternehmen Katjes für ordentlich Diskussion im Netz. (Screenshot)

Foto: Instagram / katjes_official

In einem Video wirbt ein Model mit Hidschab für Katjes. Das sorgt im Netz für großen Wirbel. Das Unternehmen verteidigt die Aktion.

Berlin.  Oft bewerben westliche Unternehmen ihre Produkte mit jungen, gut aussehenden, schlanken und vor allem weißen Menschen. Eine Frau mit Kopftuch taucht nur selten auf einem der großen Werbeplakate auf.

Ist genau das doch einmal der Fall, ist der Aufschrei oft groß. So sorgte auch die Modekette H&M 2015 mit einer Muslimin mit Hidschab in einem Werbeclip für großen Wirbel.

Nun zieht Katjes nach. Die neue Werbekampagne „Achte mal drauf!“ des Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Emmerich erhitzt derzeit die Gemüter. In einem von drei Werbeclips ist eine junge Frau zu sehen, die Fruchtgummi isst – und ein rosafarbenes Kopftuch trägt. „Katjes ist 100 Prozent vegetarisch – also ohne tierische Gelatine“, schreibt das Unternehmen auf Facebook. Das Fruchtgummi ist also auch ohne Produkte vom Schwein hergestellt. Muslimen ist es verboten Schwein zu essen.

Debatte um Kopftuch

Das Video hat im Netz eine Debatte losgelöst. Unter dem Facebook-Post auf der Seite von Katjes gibt es zahlreiche Kommentare von Musliminnen, die sich für die Werbung bedanken: „Danke Katjes für die tolle Werbung! Sehr gut gemacht!“, schreibt eine Nutzerin.

Andere reagieren dagegen geschockt: „Dieser Werbespot ist ja mal wirklich gelungen, Frauen kämpfen darum, ihr Kopftuch abzulegen, und ihr verherrlicht es noch“, kommentiert eine Nutzerin den Post.

Rede von Boykott und Islamisierung

Auf Twitter gibt es zahlreiche User, die nach dieser Werbung gar einen Boykott von Katjes-Produkten fordern. „Nie wieder #Katjes!“ heißt es da, oder „#Katjes wird ab heute rigoros von mir boykottiert!“

Nachdem am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main ein großes Banner mit der Werbung angebracht wurde, mischte sich auch die AfD Offenbach-Land in die Debatte ein: „Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die muslimischer Unterdrückung entfliehen wollen“, schrieb die Gruppe auf Twitter. Und fragte ironisch: „Eine #Islamisierung findet nicht statt. Oder doch?“

Katjes verteidigt Werbung

Katjes bezog auf Facebook Stellung und erklärte: „Die Zielgruppe von Katjes ist vielfältig.“ Mit der Kampagne wolle man junge Frauen ansprechen, die sich bewusst ernährten. „Dazu zählen auch junge Musliminnen, bei denen der Verzicht auf tierische Gelatine eine bedeutende Rolle spielt.“ (alka/jha)

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