Leihgabe

Guggenheim Museum bietet Trump goldenes Klo als Leihgabe an

Donald Trump wollte sich gerne einen Van Gogh ins Gemach hängen. Das Museum verneinte höflich, bot aber eine ungewöhnliche Alternative.

FILE PHOTO: Maurizio Cattelan’s “America,” a fully functional solid gold toilet is seen at The Guggenheim Museum in New York City, U.S., August 30, 2017. REUTERS/Brendan McDermid/File Photo NO RESALES. NO ARCHIVE.

FILE PHOTO: Maurizio Cattelan’s “America,” a fully functional solid gold toilet is seen at The Guggenheim Museum in New York City, U.S., August 30, 2017. REUTERS/Brendan McDermid/File Photo NO RESALES. NO ARCHIVE.

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Berlin.  Frei nach Goethes Ausspruch, die Kunst sei eine „Vermittlerin des Unaussprechlichen“ hat sich das Guggenheim Museum in New York einen gar nicht so subtilen Scherz mit US-Präsident Donald Trump erlaubt.

Wie die „Washington Post“ berichtete, hatte das Weiße Haus eine Anfrage an das Museum gestellt, ein Gemälde des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh als Leihgabe zu erhalten.

Es soll sich dabei um ein 1888 entstandenes Gemälde mit dem Titel „Schneelandschaft“ handeln, das einen Spaziergänger mit Hund zeigt. Das Gemälde sollte laut Guggenheim Museum für die privaten Gemächer von Präsident Trump und seiner Frau Melania vorgesehen gewesen sein.

Lob für das kunstaffine Präsidentenpaar

Die Kuratorin Nancy Spector verneinte die Anfrage laut veröffentlichter Email höflich und mit der Begründung, der Van Gogh werde nur in den seltensten Fällen verliehen und reise demnächst zu einer Ausstellung nach Bilbao in Spanien. Danach verbleibe er in der hauseigenen Kollektion.

Spector lobte das Interesse des Präsidentenpaares an Kunst und bot einen Ersatz für den reiseaffinen Van Gogh. Man habe eine fantastische Arbeit des italienischen zeitgenössischen Künstlers Maurizio Cattelan, die man gerne als Langzeitleihgabe zur Verfügung stelle: eine voll funktionsfähige Toilette aus 18-karätigem Gold mit dem Titel „America“.

Wird Trump dem Angebot widerstehen können?

In einem „wundervollen Akt der Großzügigkeit“ habe der goldene Thron bislang im WC des Museums für alle zugänglich gestanden. Gerne werde man das überaus wertvolle Kunstwerk, das an Marcel Duchamps berühmtes „Urinal“ aus dem Jahr 1917 erinnert, an das Weiße Haus verleihen, mit Hinweisen zu Installation und Pflege.

Über eine Antwort aus dem Weißen Haus ist noch nichts bekannt. Trumps Vorliebe für vergoldete Inneneinrichtung nach zu urteilen wird er womöglich die Fäkal-Ironie zwischen den Zeilen überlesen und begeistert eine Bestellung ans Guggenheim-Museum durchgeben. Sollte sein stilles Örtchen nicht schon golden sein. (aba)