Attacke

Hinter Auto hergeschleift – Opfer versteigert Tatfahrzeug

Kader K. aus Hameln wurde von ihrem Ex-Mann hinter einem Auto hergeschleift. Nun will sie den Wagen für einen guten Zweck versteigern.

Kader K. sucht auf Facebook Käufer für das Tatfahrzeug.

Kader K. sucht auf Facebook Käufer für das Tatfahrzeug.

Foto: Screenshot Facebook / Facebook

Hameln.  Die brutale Attacke hatte bundesweit für Empörung gesorgt: Im November 2016 wurde Kader K. aus Hameln im Streit von ihrem Ex-Mann mit Messerstichen und Axthieben attackiert. Dann band er ihr einen Strick um den Hals und schleifte ihren Körper an der Anhängerkupplung seines Autos mehrere hundert Meter weit hinter sich her.

Mit im Wagen saß der zweijährige Sohn des Ex-Ehepaars. Die damals 28-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt. In der Sendung „Stern TV“ sprach die inzwischen 29-Jährige am Mittwoch über die schwere Zeit: „Dass ich noch lebe, ist ein Wunder, das ich dem lieben Gott verdanke.“ Sie leide noch immer unter der Attacke: „Mein Rücken schmerzt, mein Kopf, die Schultern, der Nacken – und ich werde sehr schnell kaputt und schlapp. Ich kann nicht mehr lange stehen.“

K. träumt regelmäßig von ihrem Ex-Mann

Kader K. leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Regelmäßig träumt sie von dem Mann, der ihr das angetan hat: „Ich habe Alpträume, in denen ich immer wieder sehe, dass er mich umbringen will. Ich renne immer weg oder verstecke mich und sehe, wie er hinter mir herrennt, wie er grinst und sagt: ‘Ich töte Dich!’“, erzählt sie.

Ihr Ex-Mann wurde nach der Tat wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt. Von dem Schmerzensgeld, dass ihr im Prozess versprochen worden war, hat Kader K. noch nichts gesehen.

Erlös soll Waisenkindern helfen

Nur das Tatfahrzeug, ein schwarzer VW, wurde Kader K. damals überschrieben. Den will sie aber loswerden, wie sie in einem Facebook-Post schreibt.

K. will das Auto verkaufen und den Erlös Waisenkindern spenden. „Trotz oder gerade wegen all dieser schrecklichen Dinge, die ich mit diesem Auto in Verbindung bringe, möchte ich, dass es letztendlich doch noch einer guten Sache dient“, schreibt sie.

Sie habe ihr Leben für ihren Sohn riskiert und wolle nun auch anderen Kindern helfen. „Das Tatfahrzeug hat einen Wert von 12.000 Euro, aber da der Erlös gespendet wird, hoffe ich, dass wir etwas mehr dafür bekommen.“ (jha)