Diskriminierung

Entwickler verklagt Google nach Kündigung wegen Sexismus

Weißer, konservativer Mann in Bedrängnis: Ein Google-Entwickler verklagt seinen Arbeitgeber, weil dieser ihn wegen Sexismus feuerte.

Google feuerte einen Entwickler, da dieser sich diskriminierend über Frauen äußerte. Nun klagt der Geschasste.

Google feuerte einen Entwickler, da dieser sich diskriminierend über Frauen äußerte. Nun klagt der Geschasste.

Foto: Nancy Kaszerman / imago/ZUMA Press

Los Angeles.  Ein von Google wegen sexistischer Äußerungen gefeuerter Software-Entwickler hat den IT-Konzern verklagt. Es werde ein Prozess wegen Diskriminierung angestrebt, teilten die Anwälte des ehemaligen Google-Mitarbeiters James Damore am Montag (Ortszeit) mit.

„Google wendet illegale Einstellungsquoten an, um den erwünschten Prozentsatz von Frauen und bevorzugten Minderheiten zu erfüllen“, heißt es in der Klage. Mit der Kündigung habe das Unternehmen Damore als Konservativen, Weißen und Mann diskriminiert.

Frauen besser sozialen Berufen aufgehoben

Der Software-Entwickler war im August vergangenen Jahres von Google gefeuert worden, nachdem er in einem internen Schreiben den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit angeblichen biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt hatte.

In dem Essay schrieb Damore, Frauen seien „offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik“ und besser in künstlerischen oder sozialen Arbeitsbereichen aufgehoben, während Männer über „natürliche Fähigkeiten“ verfügten, wie man sie als Programmierer benötige.

Google: Verstoß gegen interne Verhaltensregeln

Auch seien Frauen weniger stressresistent. Der Versuch, mehr Frauen in die Branche zu bringen, sei ein Fehler. Das aber dürfe man nicht laut sagen, vor allem nicht in einer „ideologisierten Unternehmenskultur“ wie der bei Google.

Google begründete die Kündigung damit, dass Damore gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und Stereotypen weiterverbreitet habe. (dpa/aba)