Sydney

Australier fordern Fahrprüfungen für Touristen

Sydney. Autofahren in Australien ist für Urlauber nicht immer einfach. Zum einen fährt man am anderen Ende der Welt auf der linken Straßenseite. Zum anderen lenken Naturschauspiele, Ausblicke und Beuteltiere die Fahrer ab. Durch Touristen verursachte Unfälle kommen häufig vor. Besonders betroffen ist die Küstenstraße Great Ocean Road im Bundesstaat Victoria, die aufgrund ihrer Ausblicke, nahe gelegenen Nationalparks und berühmten Felsformationen bei Urlaubern beliebt ist. Erst im Dezember starb ein Urlauber, nachdem er auf der falschen Straßenseite fuhr und mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammenstieß. Deshalb könnte es nun Konsequenzen geben.

Lokalpolitiker Simon Illingworth beschreibt das Problem so: „Wir haben Urlauber, die mit ihren Mietautos auf Fußgängerwegen fahren, auf Hauptstraßen anhalten oder parken, um mit Koalas Fotos zu machen. Wir haben zehn Tonnen schwere Wohnmobile, die mit 80 Stundenkilometern auf der falschen Straßenseite fahren, und Mietautos, die auf Strände fahren und stecken bleiben.“ Die Parlamentsabgeordnete Sarah Henderson nannte Urlauber dem Sender ABC gegenüber sogar „fahrende Zeitbomben“. Ihre Idee: Touristen sollten eine Fahrprüfung machen, bevor sie sich ein Auto leihen können. Bisher reicht dafür ein internationaler Führerschein. „Ich finde, es ist nicht gut, dass es keine Bestätigung der Fahrerfahrung von jemandem gibt, wenn er in Australien ankommt“, sagte sie.

So sollten sich Urlauber verpflichtende Sicherheitsvideos ansehen, einen schriftlichen Test machen und zur Not sogar eine Einweisung in den Linksverkehr bekommen.

Vor knapp einem Jahr fand eine ähnliche Diskussion in Neuseeland statt, wo ebenfalls links gefahren wird und Urlauber ähnlich wie in Australien gern längere Autofahrten einplanen, um die vielerorts spektakuläre Natur der Inselstaaten zu sehen. Eine Petition für einen Fahrtest für Urlauber wurde dort im Februar 2017 jedoch vom Parlament nicht weiter behandelt.