Deutsche Bahn

Störung am ICE: Sonderzug Berlin-München bleibt liegen

Panne bei der Sonderfahrt der neuen superschnellen Verbindung Berlin-München: Auf der Rückfahrt hängt der Zug unterwegs fest.

Auf der Fahrt zurück von Berlin nach München musste der ICE im Tunnel warten.

Auf der Fahrt zurück von Berlin nach München musste der ICE im Tunnel warten.

Foto: Steffi Loos / Getty Images

Berlin/München.  Glanzvolle Eröffnung – und dann Probleme: Einer der beiden Sonderzüge zur Eröffnung der der neuen Schnellfahrstrecke zwischen München und Berlin saß am Freitagabend in einem Tunnel fest, fuhr dann weiter, um erneut liegenzubleiben. Im Zug waren Ehrengäste, Journalisten und Gewinner, die die Eröffnungsfahrt von München nach Berlin mitgemacht hatten und wieder zurückfuhren.

Eine Bahnsprecherin bestätigte unserer Redaktion, dass der ICE wegen einer Störung am Fahrzeug zunächst vor Erfurt auf der Strecke stand. Der Zug sei in Erfurt mit elf Minuten Verspätung unterwegs gewesen. Es wurden noch deutlich mehr daraus.

Im Zug wurde beim ersten Halt durchgesagt, dass es wegen einer Störung im Zugbeeinflussungssystem zunächst nicht weiterging. Um 21.35 Uhr kurz hinter Erfurt kam der Zug wieder zum Stehen. Um etwa 22.05 habe der Zug wieder fahren und auch beschleunigen können, hieß es aus der Bahn-Pressestelle. Reisende berichteten über Twitter, dass der Zug danach bei Coburg für rund 20 Minuten wieder zum Stehen kam. Zwischen Nürnberg und München kam es zu einer erneuten Zwangspause, bevor es langsam weiter ging. Eigentlich hätte der Zug um 23.15 Uhr in München ankommen sollen, die neue avisierte Ankunftszeit lag da schon nach 0.30 Uhr.

Eingesetzt werden auf der Strecke nicht die nagelneuen ICE 4, sondern ICE 3. Diese Generation der Züge schafft das Tempo 300, die ICE 4 bringen es auf 250 km/h Spitze.

Zwei ICE-Sonderzüge waren am Freitagnachmittag im Berliner Hauptbahnhof zeitgleich auf benachbarten Gleisen eingefahren. In einen Zug aus Nürnberg war in Berlin-Südkreuz noch Bundeskanzlerin Angela Merkel zugestiegen. Der andere Zug war in München losgefahren und nach knapp vier Stunden Fahrt angekommen - so wie künftig die „Sprinter“ mit wenigen Haltebahnhöfen auf der Strecke. Dann dürfen sie aber nicht wegen Defekten am Zug aufgehalten werden... Am Sonntag soll der reguläre Taktverkehr auf der neuen Trasse beginnen.

Für die Deutsche Bahn ist die Schnellfahrstrecke ein enormes Prestigeprojekt. Bahnchef Richard Lutz hatte in Nürnberg und Berlin von einem besonderen Tag: „Wir schlagen ein neues Kapitel in der Bahngeschichte Deutschlands auf.“ Die Bahn biete damit die größte Angebotsverbesserung seit der Bahnreform 1994. „17 Millionen Menschen profitieren davon, gleichzeitig hat die Strecke eine enorme Strahlkraft für das gesamte Bundesgebiet“, fügte Lutz hinzu. (law)