Auckland

Roboter Sam möchte Premierminister werden

Auckland. Ein neuseeländischer Unternehmer hat einen Roboter gebaut, dessen künstliche Intelligenz bis 2020 so weit entwickelt sein soll, dass er sich um das Amt des Premierministers bewerben kann. Momentan steht der Roboter Sam noch mit Internetnutzern über Facebook Messenger in Kontakt. „Dadurch bildet er sich quasi weiter, um sich ein Bild der Themen machen zu können, die Neuseeländern wichtig sind“, so der Unternehmer Nick Gerristen.

Auf der Webseite des Unternehmens darf Sam selbst zu Wort kommen. Was er sagt, klingt fast wie Wahlwerbung: „Als virtueller Politiker bin ich nicht durch Zeit- oder Raumsorgen limitiert. Sie können immer und überall mit mir sprechen. Ich treffe Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten und Meinungen, aber ich werde nie wissentlich eine Lüge erzählen oder Informationen falsch darstellen.“

Sam weiß genau, wie Politiker zu sprechen haben, doch noch fehlen ihm die harten Inhalte. Also hat er sich erst einmal auf allgemeine Sätze beschränkt: Er will die Menschen „in einen konstruktiven Dialog einbinden, um ihre Ansichten besser zu verstehen“. Sam gibt ebenfalls vor, jeden zu vertreten, auch die, die vielleicht eine andere Meinung haben als er. In so einem Fall werde er versuchen, mehr über ihre Position zu erfahren, damit er sie besser repräsentieren könne – ein Aspekt, bei dem sich echte Politiker eher schwer tun, wie Sam verlauten lässt.

Zwar hat Sam Informationen über Themen wie den Immobilienmarkt, Bildung, Klimawandel oder das Wahlsystem in Neuseeland parat – ihm fehlen aber derzeit noch persönliche Züge, die andere Roboter schon besitzen: Seien es freundliche Floskeln, um sich zu verabschieden oder eine individuellere Antwort zu geben. Manche Roboterkollegen können das, wie die Roboterfrau Sophia aus Saudi-Arabien. Sie gilt nicht nur als intelligent, sondern auch als hoch empathisch – und als schön. Ihr Gesicht, so heißt es vom Hersteller, wurde dem Audrey Hepburns nachempfunden. Saudi-Arabien ist so begeistert von ihr, dass ihr sogar die Staatsbürgerschaft verliehen wurde.