Geldstrafe

Ärztin wegen unerlaubter Abtreibungswerbung verurteilt

Das Amtsgericht Gießen hat eine Ärztin wegen Werbung für Abtreibungen schuldig gesprochen. Die Frau will das Urteil nicht akzeptieren.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Ärztin Kristina Hänel auf ihrer Homepage für Abtreibung geworben hat.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Ärztin Kristina Hänel auf ihrer Homepage für Abtreibung geworben hat.

Foto: Boris Roessler / dpa

Gießen.  Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche muss eine Ärztin aus Gießen 6000 Euro Geldstrafe zahlen. Das Amtsgericht der hessischen Stadt verurteilte die Medizinerin am Freitag. „Der Gesetzgeber möchte nicht, dass über den Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit diskutiert wird, als sei es eine normale Sache“, begründete die Vorsitzende Richterin das Urteil.

Bei einem Schwangerschaftsabbruch handele es sich nicht um eine normale Leistung wie beim Herausnehmen eines Blinddarms. Das Gericht entsprach mit dem Urteil der Forderung des Staatsanwalts.

Verteidigung sieht Information statt Werbung

Die Verteidigerin der Ärztin hatte vor Gericht erklärt, dass ihre Mandantin lediglich informiert habe, aber keine „appellative Werbung“ auf ihrer Internetseite betrieben habe. Die Anwältin kündigte an, das Urteil mit einer Revision anfechten zu wollen: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine Richterin den Unterschied von Information und Werbung nicht kennt“, sagte die Verteidigerin nach dem Urteil. (dpa)