Fluggesellschaft

Ehrenrunde - Cockpit-Crew von Air-Berlin-Flug suspendiert

Nach seiner Ehrenrunde über dem Düsseldorfer Airport ist der Air-Berlin-Pilot suspendiert worden. Auch die Lotsen stehen nun im Fokus.

Air-Berlin-Pilot dreht Ehrenrunde in Düsseldorf

Di, 17.10.2017, 15.49 Uhr

Air-Berlin-Pilot dreht Ehrenrunde in Düsseldorf

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Düsseldorf.  Es war ein spektakuläres Manöver mit dem sich der Kapitän des Fluges AB7001 von Miami nach Düsseldorf verabschiedete. Es sollte ein letzter Gruß des letzten Air-Berlin-Langstreckenfluges sein, der in Düsseldorf landet. Die Bilder des Flugzeugs gehen um die Welt, das über der Landebahn plötzlich durchstartet und dann zur Linkskurve vorbei am Tower und über die Flughafengebäude ansetzt.

Das Manöver hatte er mit den Fluglotsen abgesprochen. Doch nun untersuchen die Behörden auch deren Verhalten. Man habe sowohl die Radarslots des Fluges als auch die Sprachaufzeichnungen zwischen Tower und Cockpit angefordert, sagte eine Sprecherin des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem seien Stellungnahmen und Berichte angefordert worden.

Die Deutsche Flugsicherung, bei der die Fluglotsen angestellt sind, will den Vorgang nun analysieren. "Die Lotsen sind nicht vom Dienst suspendiert. Das BAF hat Unterlagen angefordert", bestätigte eine Sprecherin.

Pilot hatte Freigabe für Ehrenrunde erhalten

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass dem Piloten Ärger droht. Einem Bericht der ZDF-Sendung Frontal 21 (ab Minute 8.20) zufolge wurden der Pilot und die Cockpit-Crew vom Dienst suspendiert. Air Berlin habe die Suspendierung in einem Statement am Mittwoch bestätigt. Dies sei ein "normaler Prozess" bei der Untersuchung derartiger Vorfälle, heißt es.

Dabei scheint es aus behördlicher Sicht keinen Anlass für die Suspendierung zu geben. Christian Hoppe, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen, erklärte unserer Redaktion: "Der Pilot hatte vorher angefragt , ob er im Falle eines Durchstartens eine Linkskurve fliegen darf und dafür die Freigabe erhalten." Der ausreichende Abstand zu anderen Maschinen sei sichergestellt gewesen, die genaue Höhe sei bei dem Manöver nicht festgelegt. "Aus Sicht der DFS war das Manöver dann sicher."

So erlebten Passagiere die spektakuläre Ehrenrunde

Flug AB 7001 war der letzte Langstreckenflug von Air Berlin. So sah es für Fluggäste aus, als der Pilot in Düsseldorf noch mal für eine Ehrenrunde durchstartete.
So erlebten Passagiere die spektakuläre Ehrenrunde

Luftfahrt-Bundesamt hatte Manöver genehmigt

Beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) wird der Fall nun dennoch geprüft, Air Berlin soll eine Stellungnahme zum Grund des Durchstartmanövers abgeben, erklärte ein Sprecher. Nach Informationen unserer Redaktion ist das aber nach diversen Anfragen eher ein Routinevorgang.

20 Minuten vor der Landung sei durchgesagt worden, dass die Maschine eine Ehrenrunde drehen werde. Niemand habe sich beklagt, es habe sogar Applaus gegeben, berichteten Passagiere des Fluges AB7001 gegenüber unserer Redaktion.

So erlebten Passagiere die spektakuläre Ehrenrunde

Flug AB 7001 war der letzte Langstreckenflug von Air Berlin. So sah es für Fluggäste aus, als der Pilot in Düsseldorf noch mal für eine Ehrenrunde durchstartete.
So erlebten Passagiere die spektakuläre Ehrenrunde

In der Führungsetage von Air Berlin kam das Manöver hingegen offensichtlich nicht gut an, weshalb man den Piloten und die Crew nun suspendierte. (sat)

Dieser Text ist zuerst auf waz.de erschienen.

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