Verkehr

Wie das Ampelmännchen zu seinem Ruhm kam

Die Ost-Version des Ampelmannes entstand am 13. Oktober vor 56 Jahren. Aber wer hat den kleinen Mann mit Hut aufs Papier gebracht?

Mainz.  Leuchtet das Ampelmännchen auf, kennt jeder seinen Weg. In Ostdeutschland trägt der kleine Mann einen Hut, im Westen wirkt er eher schlaksig. Die Ost-Version des Ampelmannes entstand am heutigen 13. Oktober vor 56 Jahren.

Sein Erfinder war der Verkehrspsychologe Karl Peglau. Er traf sich am 13. Oktober 1961 mit der Ost-Berliner Verkehrskommission. Die suchte einen Weg, um Unfälle mit Fußgängerbeteiligung zu reduzieren. Da kamen Peglaus Ampel-Figuren gerade recht. Ampeln für Fußgänger waren eine dänische Erfindung: 1933 wurde die erste Ampel speziell für die Menschen zu Fuß in Betrieb genommen.

Inzwischen ist der kleine Ampelmann aus dem Osten ein beliebtes Souvenir – und ein Symbol für die damalige Trennung von Ost- und Westdeutschland. Doch eins haben die zwei Ampelmänner gemeinsam. Sie zeigen an: Bei Grün darfst du gehen, bei Rot musst du stehen.

Das Ampelmännchen bekommt zunehmend Konkurrenz

Auch wenn das Ost-Ampelmännchen in Sachen Sympathieträger seinem West-Pendant weit voraus ist, droht ihm Konkurrenz. In Mainz etwa hilft Mainzelmännchen Det seit November 2016 Fußgängern über die Straße, eine der Werbepausenfiguren des ZDF. Er kommt so gut an, dass es inzwischen an diversen Mainzer Ampeln Mainzel- statt Ampelmännchen gibt. Damit setzt sich die Erkenntnis durch, die Ost-Ampelmann-Erfinder Peglau hatte: Menschen reagieren dann eher, wenn sie jemanden sympathisch finden.

Und auch die Gleichstellungsampel gab es schon: In manchen deutschen Städten weisen sogar lesbische, schwule oder heterosexuelle Pärchen den Weg über die Straße. Zum Beispiel leuchten sie in der Innenstadt von München und Frankfurt am Main zum Christopher Street Day. Oder dauerhaft in Wien.

(sth)

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