Gewalttat

Mord in Detmold – Verdächtiger saß sechs Jahre lang in Haft

Nach der Tötung einer Mutter und ihres Kinds ist der Verdächtige weiter auf der Flucht. Er saß bereits wegen versuchten Mordes in Haft.

Die Polizei fahndet nach dem mutmaßlichen Täter in Detmold.

Die Polizei fahndet nach dem mutmaßlichen Täter in Detmold.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Detmold.  Ein nach dem Mord an einer 24-Jährigen und ihrem sechsjährigen Sohn gesuchter Tatverdächtiger aus Detmold hat bereits sechs Jahre wegen versuchten Mordes in Haft gesessen. Der Mann sei 2005 verurteilt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Der 53-Jährige war laut Polizei 2005 wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Nach sechs Jahren sei er vorzeitig entlassen worden. Die damalige Tat weise Ähnlichkeiten zu der jetzigen Tat auf. In beiden Fällen habe der Verdächtige "im sozialen Nahbereich einen längeren Kontakt zu Frauen" aufgebaut. Nach der Haftentlassung seien bis zum jetzigen Fall keine weiteren Straftaten bekannt geworden.

Vom mutmaßlichen Täter fehlt jede Spur

Auch am zweiten Tag nach dem Fund der Leichen in der Stadt im Kreis Lippe fehlte zunächst jede Spur von dem 53 Jahre alten Nachbarn. "Bislang sind 25 Hinweise eingegangen, die nun geprüft werden", sagte ein Polizeisprecher. Die Fahndung laufe "mit Hochdruck", die Spurensicherung am Tatort sei fortgesetzt worden.

Die junge Frau und ihr sechsjähriger Sohn waren am Montagabend erstochen in der Wohnung des 53-Jährigen gefunden worden. Er wohnte nach Angaben der Polizei in demselben Mehrfamilienhaus wie die Opfer.

Die Obduktion hatte ergeben, dass Mutter und Kind durch Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen ums Leben kamen. Die Tatwaffe ist demnach wahrscheinlich ein Messer. Dieses sei aber noch nicht gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wertete die Tötung des Kindes als Mord und die der Mutter als Totschlag. Einen entsprechenden Haftbefehl werde er beantragen, sagte der ermittelnde Staatsanwalt.

Polizei fahndet mit Foto nach Verdächtigem

Nach dem Tatverdächtigen fahndet die Polizei mit einem Foto und einer Beschreibung. Demnach muss der 53-Jährige wegen einer früheren Verletzung eine abnehmbare Gipsschiene tragen. Zudem könne er einen dunkelgrauen Rucksack bei sich haben. Das Motiv für die Tat sei nach wie vor unklar, teilte die Polizei mit.

Eine Mordkommission bestehend aus 16 Beamten des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Kreispolizei Lippe ermittelt. Mutter und Kind waren laut Polizei erst vor wenigen Wochen in das Haus nahe der Innenstadt gezogen. Der mutmaßliche Täter und die Opfer sollen sich demnach gekannt haben.

Detmold hat rund 75.000 Einwohner und ist die größte Stadt des Kreises Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. (dpa)

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