Vergewaltigung

Zehnjährige in Argentinien nach Vergewaltigung schwanger

Ein Mädchen geht mit Bauchschmerzen zum Arzt. Der stellt fest: Die Zehnjährige ist im achten Monat schwanger. Vater ist der Onkel.

In Argentinien ist eine Zehnjährige nach einer Vergewaltigung durch ihren Onkel schwanger geworden.

In Argentinien ist eine Zehnjährige nach einer Vergewaltigung durch ihren Onkel schwanger geworden.

Foto: imago stock&people / imago/Science Photo Library

São Paulo.  Dieser Fall schockiert nicht nur Argentinien: Ein zehnjähriges Mädchen ist schwanger – von ihrem Onkel. Nachdem das Mädchen wegen Bauchschmerzen von ihrer Mutter in ein Hospital gebracht wurde, entdeckten die Ärzte die fortgeschrittene Schwangerschaft, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag (Ortszeit) laut der Tageszeitung "La Nación" bekanntgab.

Das Mädchen ist bereits im achten Monat schwanger und wurde von ihrem 23-jährigen Onkel vergewaltigt. Argentinien ist eines der Länder Lateinamerikas mit der höchsten Schwangerschaftsrate von Minderjährigen: Laut Unicef bringt alle drei Stunden ein Mädchen unter 15 Jahren ein Kind zur Welt.

Zehnjährige möchte keine Abtreibung vornehmen

Eine Abtreibung der Schwangerschaft komme für das Mädchen aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums nicht mehr in Frage, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Onkel sei festgenommen worden und werde wegen "schweren sexuellen Missbrauchs" angeklagt. Er müsse mit einer Gefängnisstrafe von acht bis 20 Jahren rechnen.

Der Fall des Mädchens befeuert die Debatte über die hohe Dunkelziffer an Vergewaltigungen und sexueller Gewalt gegen Mädchen in Argentinien: Im vergangenen Jahr brachten rund 90 Mädchen, die zwischen elf und zwölf Jahre alt waren, Kinder zur Welt.

Extrem hohe Schwangerschaftsrate bei Minderjährigen

Unicef macht vor allem fehlende Sexualaufklärung, eine hohe Dunkelziffer bei Vergewaltigungen sowie Armut für die Schwangerschaften von Minderjährigen verantwortlich. Auch die fehlende medizinische Versorgung für große Teile der ärmeren Bevölkerung sei für die hohe Rate von Schwangerschaften bei Minderjährigen verantwortlich, erklärte das UN-Kinderhilfswerk. (dpa)

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