Hatespeech

Hasskommentare vor Twitter-Büro in Hamburg gesprüht

Protest oder Hetze? Unbekannte haben Hasskommentare auf Gehweg vor dem Hamburger Büro des Kurznachrichtendienstes Twitter geschmiert.

„Ey Twitter, warum löscht ihr sowas nicht?“, lautet die Frage, die dieses Graffiti vor der Twitter-Zentrale in Hamburg stellt.

„Ey Twitter, warum löscht ihr sowas nicht?“, lautet die Frage, die dieses Graffiti vor der Twitter-Zentrale in Hamburg stellt.

Foto: Micha Gab / Hamburger Abendblatt/Micha Gab

Hamburg.  Einer besonders aggressiven Form von Graffiti sahen sich Passanten am Freitagmorgen in der Museum­straße ausgesetzt. Offenbar in der Nacht zuvor bemalten Unbekannte Fahrbahn, Bordstein und Treppe in der Nähe der Hamburger Twitter-Zentrale.

„Was soll das? Das ist alles extrem rassistisch“, sagte ein junger Mann beim Anblick der aufgemalten Zeilen. Tatsächlich sorgten die Sprüche für Kopfschütteln und Wut bei Passanten. Die Graffiti hetzten gegen Juden, Muslime sowie Flüchtlinge und Ausländer. Optisch erinnerten die Schmierereien an Tweets, also Kurznachrichten auf der Social Media-Plattform Twitter.

Vorwürfe gegen Twitter sind an der Tagesordnung

Anzahl und Größe der Schriftzüge sprechen für eine gut vorbereitete Tat. Um schnell auf dem Boden malen zu können, wurden Schablonen verwendet. Eine freihändig gemalte Nachricht ergänzte die „Tweets“. Diese richtete sich an Twitter und fragte: „Warum löscht ihr so was nicht?“

Wer sich in sozialen Medien durch Beiträge und Kommentarspalten klickt, braucht nicht lange, um auf Hasskommentare zu stoßen. Vor allem bei Themen wie Migration oder Religion lassen viele ihrer Wut im Internet freien Lauf. Firmen wie Facebook oder Twitter sehen sich immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, nicht intensiv genug gegen Beleidigungen und Hetze auf ihren Plattformen vorzugehen.

War es also eine Anklage an Twitter und keine rassistisch motivierte Tat? Dem Abendblatt gegenüber erklärte Twitter, dass derzeit rund zehnmal mehr Benutzerkonten aufgrund von Hasskommentaren gesperrt werden als im vergangenen Jahr. Derweil prüft die Polizei, ob in dem aktuellen Fall eine Straftat vorliegt.

• Dieser Artikel ist zuerst beim „Hamburger Abendblatt“ erschienen