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Auch Tornado kann diesen Mann nicht vom Rasenmähen abhalten

Rasenmähen scheint für viele Deutsche samstags heilige Pflicht zu sein. Ein Mann in Kanada toppt das aber mit seinem Garteneinsatz.

Rasenmähen und das Auge des Tornados immer vor Augen. „Er war ja noch weit weg“, sagt der Gartenfreund dazu. „Nicht wirklich weit, weit, aber noch weit genug von uns“.

Rasenmähen und das Auge des Tornados immer vor Augen. „Er war ja noch weit weg“, sagt der Gartenfreund dazu. „Nicht wirklich weit, weit, aber noch weit genug von uns“.

Foto: Cecilia Wessels

Calgary.  Es ist ein irres Foto. Vor einem düsteren Himmel wirbelt der markante Schlauch eines Tornados Staubmassen auf – und im Vordergrund mäht ein Mann Rasen. Entstanden ist das Foto in Kanada nördlich von Edmonton, weil eine Neunjährige Angst um ihren Papa hatte. Die Ehefrau hat unserer Redaktion die Geschichte zu dem Foto erzählt, das wie ein Sturm durchs Netz zieht.

Der vom ständigen Motordröhnen genervte Sänger Reinhard Mey beschwerte sich einst bei den Behörden in Sylt über die „Gartennazis“; dem Klischee zufolge sind die Deutschen Weltmeister im Rasenmähen. Theunis Wessels aus Three Hills in der kanadischen Provinz Alberta kann da aber mithalten. „Er ist sehr konsequent darin, den Rasen noch zu mähen, bevor es anfängt zu regnen. Und das wöchentlich, wenn er entsprechend wächst“, schreibt seine Frau Cecilia unserer Redaktion. Sie erhält derzeit viele Medienanfragen, beantwortet sie aber ausführlich und freundlich.

Rasenmähen – Eine „heilige Pflicht“

Theunis sehe das als seine heilige Pflicht an – „und entweder als Zeit, um den Kopf klar zu bekommen oder um mir vielleicht mal zu entkommen“, wie sie mit einem Smiley schreibt. Und so hatte ihr Mann auch am vergangenen Freitag, den Rasenmäher angeworfen, während sie sich dann ein wenig aufs Ohr legte.

Sie wurde wach, weil die neunjährige Tochter Alarm schlug: ein Tornado, und Papa mäht Rasen. Seit sieben Jahren lebt die aus Südafrika stammende Familie in Kanada, einen Tornado hatten sie noch nicht live gesehen. Die Tochter fand, dass ihr Vater reinkommen sollte. Die „Washington Post“ nennt sein Verhalten wahlweise „kaltblütig, leichtsinnig, tollkühn“.

Theunis ließ sich nämlich nicht abbringen. Cecilia Wessels machte das Foto von seinem Einsatz und postete es auf Facebook. „Meine Bestie beim Rasenmähen mit einer Brise im Haar“, betitelte sie es. Vernünftige Zweifel an der Echtheit gibt es nicht, zur gleichen Zeit fotografierten viele Menschen in der Region den Tornado. Schäden an Gebäuden wurden allerdings nicht berichtet.

Foto täusche über Entfernung

Theunis Wessels erklärte, wieso die Situation gar nicht so bedrohlich gewesen sei wie das Foto vermuten lässt. Der Tornado sei viel weiter weg gewesen als es auf dem Foto den Anschein habe. „Nicht wirklich weit, weit weg, aber noch weit von uns“, wie er der „Canadian Press“ sagte. Und: „Ich habe ihn ja immer im Auge gehabt.“ Ihr Mann habe auch einen Seminar zu Tornados besucht, sei also nicht unbedarft, so Cecilia Wessels.

Den Kommentar „So sind nur Südafrikaner“ auf Facebook teilt die Familie. „Das hat Theunis auch gesagt“, so Cecilia Wessels. Und das, obwohl die Familie auch Einblick in deutsche Rasenmäh-Gewohnheiten hat: „Wir waren schon oft in Deutschland, ich habe dort eine befreundete Familie.“

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