Impfungen

Italienische Regierung führt Impfpflicht für Kinder ein

Die Impfpflicht in Italien gilt für insgesamt zwölf Krankheiten.

Die Impfpflicht in Italien gilt für insgesamt zwölf Krankheiten.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Ein neues Gesetz verpflichtet Eltern in Italien, ihre Kinder impfen zu lassen. Tun sie das nicht, drohen ihnen empfindliche Strafen.

Berlin.  Die italienische Regierung hat ein Gesetz erlassen, das eine Impfung von Kindern künftig zur Pflicht macht. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Die Impfpflicht gelte für zwölf Krankheiten, darunter Masern, Polio, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hirnhautentzündung.

Nicht geimpfte Kinder im Alter bis zu sechs Jahren dürften nicht in Betreuungseinrichtungen und Schulen aufgenommen werden. Zugleich drohten Eltern hohe Bußgelder, wenn ihre schulpflichtigen Kinder mit sechs Jahren noch nicht geimpft seien.

Masernepidemie in Italien

Seit Anfang des Jahres grassiert in Italien eine Masernepidemie. Diese hätte die Einführung des Impfgesetzes befördert, wie die „tagesschau“ berichtet. Bis Mitte Mai seien 2395 Fälle registriert worden, gegenüber 860 im gesamten Jahr 2016.

„Der Mangel an geeigneten Maßnahmen während der vergangenen Jahre und die Verbreitung von anti-wissenschaftlichen Theorien, besonders in den vergangenen Monaten, führte zu einem Rückgang der Schutzmaßnahmen“, sagte Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Masern in Deutschland

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu starken Ausbrüchen der Masern. Das liegt vor allem an den Eltern, die eine Skepsis gegenüber dem Impfen entwickelt haben und ihre Kinder deshalb immer seltener gegen Krankheiten vorsorglich schützen lassen. (br)

Impfstoff gegen Malaria
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