Rechtsstreit

Facebook darf Whatsapp-Daten deutscher Kunden nicht nutzen

Im Rechtsstreit um die Nutzung der Daten deutscher WhatsApp-User hat der Hamburger Datenschutzbeauftragte einen Etappensieg errungen.

Facebook hatte WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar gekauft.

Facebook hatte WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar gekauft.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Hamburg.  Facebook darf nach einem Gerichtsbeschluss weiterhin keine Daten deutscher Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes WhatsApp nutzen. Die Anordnung des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar, bereits erhobene Daten zu löschen, müsse Facebook allerdings zunächst nicht befolgen, teilte das Verwaltungsgericht Hamburg am Dienstag mit. Diese Forderung sei wegen eines formellen Fehlers nicht sofort vollziehbar.

Caspar hatte Facebook im September mit einem sofort vollziehbaren Bescheid die Pläne zur Nutzung einiger Informationen deutscher WhatsApp-Nutzer untersagt. Der Grund: Das Online-Netzwerk habe dafür keine Einwilligung eingeholt, die deutschen Datenschutzvorschriften entspreche. Facebook kontert, man agiere in Europa nach irischem Datenschutzrecht, weil dort der internationale Sitz der Firma sei.

Facebook kaufte WhatsApp für 22 Milliarden Dollar

Das Hamburger Verwaltungsgericht räumte ein, es sei „noch nicht hinreichend geklärt, ob deutsches Datenschutzrecht zur Anwendung komme“ und Caspar gegen Facebook Irland vorgehen könne. Nach deutschen Vorschriften habe es keine Zustimmung gegeben. Und: „Im Rahmen der daher vorzunehmenden Interessenabwägung überwiege das Interesse der deutschen WhatsApp-Nutzer.“

Facebook hatte WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar gekauft. Damals war erklärt worden, dass die Daten bis auf Weiteres getrennt bleiben und WhatsApp weiterhin unabhängig agieren solle.

Werbung soll mit Hilfe der Daten verbessert werden

Im Spätsommer 2016 kündigte WhatsApp dann an, künftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt werde. Dadurch sollten Werbung und die Freunde-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es.

Zugleich wurde versichert, dass Facebook keinen Zugang zu Inhalten der Kurznachrichten bekomme – auch weil diese verschlüsselt seien. Nach dem Einschreiten der Datenschützer wurde die Weitergabe und Nutzung der Daten von WhatsApp-Nutzern europaweit ausgesetzt.

Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes kann Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden. (dpa/rtr)

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