Todesfahrt

So cool reagierte die Mannheimer Polizei auf Twitter-Hetze

Viele Twitter-Nutzer reagierten mit anti-muslimischer Hetze auf die Nachrichten von der Heidelberger Todesfahrt. Die Polizei konterte.

Am Samstagabend stellte die Mannheimer Polizei nochmal klar, dass der Fahrer kein Flüchtling war. Nicht alle wollten das einsehen.

Am Samstagabend stellte die Mannheimer Polizei nochmal klar, dass der Fahrer kein Flüchtling war. Nicht alle wollten das einsehen.

Foto: screenshot/BM / BM

Berlin.  Ein Autofahrer ist mit seinem Wagen durch eine Fußgängerzone gerast, hat eine Person getötet und zwei weitere verletzt. Mehr war am Samstagabend über den Zwischenfall in Heidelberg nicht bekannt. Doch bei Twitter wurden sofort Gerüchte verbreitet, es handle sich um einen islamistischen Anschlag und der Todesfahrer sei ein Flüchtling.

Die Mannheimer Polizei begleitete den Einsatz auf Twitter. Sie stellte klar, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Deutschen ohne Migrationshintergrund handle. Trotzdem wurde auf Twitter weiter gepöbelt, den Beamten wurde Falschinformation vorgeworfen, sie wurden beschimpft. Die Polizei prüft nun sogar, gegen einzelne Twitter-Nutzer juristisch vorzugehen. Dabei haben die Beamten schon online kräftig ausgeteilt. Eine Auswahl:

1) „Von wegen Deutscher. Er ist ein verd... Muslim. Schmeißt sie alle raus aus dem Westen“, krakeelte dieser Nutzer.

Die lakonische Antwort der Polizei: „Worüber zur Hölle reden Sie?“

2) Dieser Nutzer verbreitete die Falschinformation, es handle sich bei dem Fahrer um einen Flüchtling.

Die Antwort der Polizei: „Nö, ist er nicht.“

3) Dieser Nutzer geht gleich zur Beamtenbeleidigung über:

Die Beamten lassen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen:

4) Was der Zwischenfall in Heidelberg mit Abschiebungen zu tun hat?

Das wussten auch die twitternden Polizisten nicht.

5) So wird im Netz Panik geschürt:

Die berechtigte Frage der Polizei:

(küp)

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