Musikproduzent

„Dschingis Khan“ Mandoki droht Merkel mit Unterstützer-Song

Die CDU will im Wahlkampf stärker gute Laune transportieren. Nun bietet „Dschingis Khan“ Leslie Mandoki ein Lied zur Unterstützung an.

Leslie Mandoki mit der Kanzlerin. Nach "An jedem neuen Tag" 2013 will er für den CDU-Wahlkampf wieder ein Lied schreiben.

Leslie Mandoki mit der Kanzlerin. Nach "An jedem neuen Tag" 2013 will er für den CDU-Wahlkampf wieder ein Lied schreiben.

Foto: imago stock&people / imago/Metodi Popow

Berlin.  Schwungvoll wie mongolische Reiter oder doch eher wieder einschläfernd? Leslie Mandoki, durch „Dschingis Khan“ bekannt gewordener Musiker und Produzent, will für die CDU einen Wahlkampfsong komponieren. Das hatte er 2013 und 2009 schon einmal gemacht. Deshalb wirkt sein Angebot für manche wie eine Drohung.

Mandoki (64) sagte den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, er werde Angela Merkel „wieder unterstützen.“ Über ein Lied habe er aber noch nicht mit ihr konkret gesprochen. Mandoki ist als Produzent international erfolgreich, arbeitete unter anderem mit Phil Collins, Lionel Richie oder Sido, erstellt aber auch Musikkonzepte wie etwa für den FC Bayern oder Autokonzerne.

Song 2013 hatte Spottwelle ausgelöst

Nach der Veröffentlichung des Wahlkampfsongs „An jedem neuen Tag“ gab es aber 2013 Hohn und Spott. Im Youtube-Account der CDU kommt der Song auf rund 2700 „Daumen runter“- und knapp 200 „Daumen rauf“-Bewertungen und wurde 115.000-mal abgerufen. „Es gibt Menschen, die sich wundern, dass die Bürger nicht wählen gehen – sie haben einfach Angst, dass Musik läuft“, schrieb etwa Thomas Knüwer, Journalist und Gründer einer Agentur für Digitalberatung.

Sven Kindler, heute haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, meinte damals: „Keine Zielgruppe der CDU: Wähler_innen mit Musikgeschmack.“ SPD-Netzpolitiker Lars Klingbeil hatte gefragt: „Liebe CDU, mal unter uns: das ist ein Scherz oder?“

Sein Song 2009 hatte weniger Aufmerksamkeit bekommen: „Wir sind wir“, hieß der Song. „Mit dem Licht von morgen in der Hand, haben wir die Zeichen der Zeit erkannt.“

Mandoki lobt Flüchtlingspolitik

2017 kommt von Mandoki in jedem Fall schon mal inhaltliche Unterstützung. Der Deutsch-Ungar, der am Starnberger See lebt und 2013 für die CSU in den bayerischen Landtag einziehen wollte, lobt die Kanzlerin wegen ihrer Flüchtlingspolitik 2015: „In der Flüchtlingsfrage hat die Kanzlerin human gehandelt, dafür zolle ich ihr als Flüchtling Respekt.“

Deutschland sei gerade so lebens- und liebenswert, „weil Frauen gleichberechtigt sind, Religionsfreiheit herrscht, weil wir keinen Platz lassen für Homophobie, Rassismus und Antisemitismus. Die Herkulesaufgabe wird sein, die Attraktivität dieses Kanons auch gegen Hassprediger in Moscheen und gegen den braunen Sumpf zu verteidigen, wie ihn etwa Bernd Höcke personifiziert.“

Froh, nicht gewählt worden zu sein

Er selbst sei nicht für Politik gemacht. Nach seiner Kandidatur 2013 für den bayerischen Landtag habe er das gelernt. „Ich bin Künstler. Für den langsamen Gang von Entscheidungen in Gremien und Parlamenten bin ich zu ungeduldig“, betonte Mandoki. Er habe ein Direktmandat nur um 800 Stimmen verpasst: „Ein Glück, dass die gefehlt haben.“

Mandoki war Teil der Gruppe „Dschingis Khan“, die mit dem gleichnamigen Song 1979 einen vierten Platz für Deutschland beim Eurovision Song Contest holte und 29 Wochen lang an der Spitze der deutschen Charts stand. Produziert hatte den Song aber Ralph Siegel, der die Gruppe auch zusammengestellt hatte.