Bewerbung

So erklärt Berufsanfängerin ihre Absage an AfD-Rechtsanwalt

Trotz schlechter Noten nahm eine Bewerberin das Jobangebot eines Rechtsanwalts und AfD-Politikers nicht an. Nun erläutert sie, warum.

Eine angehende Rechtsanwältin wollte nicht für einen AfD-Politiker arbeiten. (Symbolbild)

Eine angehende Rechtsanwältin wollte nicht für einen AfD-Politiker arbeiten. (Symbolbild)

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Berlin.  Obwohl sie schlechte Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt hat, hat eine angehende Rechtsanwältin einen Job in einer Berliner Kanzlei abgelehnt. Grund war offenbar die AfD-Kandidatur des Arbeitgebers. Nun meldet sich eine Frau auf Facebook, die angibt, die Berufsanfängerin zu sein – und erklärt den Vorfall.

"Heute möchte ich der Berufsanfängerin, Note: 4+, ein Gesicht geben", schreibt Anna Krowka am Freitag. Es sei ihr wichtig, zu zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lasse – weder von einem Twitter-Post noch von einer Abschlussnote. Der Berliner Rechtsanwalt Markus Roscher-Meinel, Direktkandidat der AfD für die Bundestagswahl, hatte sich auf Twitter darüber beschwert, dass sie ihm wegen seiner politischen Einstellung abgesagt hatte.

Anwalt äußerte sich zum Zweiten Weltkrieg

Auf Facebook beschreibt Krowka, was im Bewerbungsgespräch vorgefallen war: "Nachdem wir über die polnische Herkunft meiner Eltern sprachen, äußerte er, dass er zwar traurig sei, dass ehemalige Teile Deutschlands nun zu Polen gehören, er aber jetzt seinen Frieden damit gefunden hat."

Diese Bemerkung habe sie ins Grübeln gebracht. "Muss ich mit einem Menschen, der so eine Aussage gegenüber mir geäußert hat, zusammenarbeiten? Ist es die Sache wert? Kann ich das moralisch vertreten? Nur weil ich eine Examensnote von 6,3 habe? NEIN!"

Viel Unterstützung für Bewerberin

Schon nach dem Tweet von Roscher-Meinel sprangen der Bewerberin viele Menschen bei. Sogar Schauspieler Christian Ulmen schaltete sich in die Diskussion ein und sprach ihr seinen Respekt für die Entscheidung aus.

Auch ihr eigener Facebook-Post erhielt am Freitag viel Zustimmung. "Hut ab, dass du so entschieden hast!", schreibt eine Nutzerin. "Du kannst sehr stolz auf dich sein und Herr Roscher kann sich in den Hintern beißen, dass er dich nicht in seinem Team haben kann." (cho)

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