Jahresrückblick

Kurioses 2016: Von Pinguinen zum fallenden Faultier

In einem Jahr voller Schock-Nachrichten gab es auch einige Geschichten zum Schmunzeln. Etwa die von Koalababys oder treuen Pinguinen.

Foto: Mark Owens/Army/Mod/Handout / dpa

Berlin.  Tiere spielten 2016 eine wichtige Rolle. Sie sorgten für einige kuriose und rührende Geschichten. Eine Auswahl.

PINGUIN: Im fünften Jahr in Folge kehrte in diesem Jahr ein Pinguin zu seinem Retter in Brasilien zurück. João Pereira de Souza half 2011 einem auf einer brasilianischen Atlantikinsel gestrandeten Pinguin, der mit Öl verklebt war und ein Bein gebrochen hatte. Normalerweise lebt das Tier – dem der Mittsiebziger den Namen Dindim gab – wohl rund 4000 Kilometer weiter südlich in Patagonien. 2016 tauchte er zum fünften Mal am Bambuszaun des Häuschens seines Retters auf der Ilha Grande auf.

Der Pinguin ist seit dem Gesundpflegen jedes Jahr schätzungsweise rund 8000 Kilometer unterwegs, spätestens im Februar ist er wieder weg, da der Sommer in Brasilien zu warm ist. Der Pinguinforscher Klemens Pütz nennt die Rückkehr ungewöhnlich, aber plausibel. Der Ort liegt an der Route der Magellan-Pinguine, nach dem Brüten in Patagonien schwimmen sie im Winter oft Tausende Kilometer in den wärmeren Norden bis Brasilien. Es komme immer wieder vor, dass sich Pinguine in Retter verliebten.

PINGUIN II: Ein Königspinguin namens Sir Nils Olav wurde in diesem Jahr zum Brigadegeneral befördert. Das Tier watschelte bei dieser Gelegenheit an mehr als 50 in Reih und Glied aufgestellten Soldaten der Leibgarde des norwegischen Königshauses entlang. Der Auftritt im Zoo der schottischen Hauptstadt Edinburgh gehörte zu einer Zeremonie mit langer Tradition.

Seit 1972 dient ein Königspinguin aus dem Edinburgher Zoo der norwegisch-königlichen Leibgarde „Hans Majestet Kongens Garde“ als Maskottchen. Alle paar Jahre, wenn das Regiment am „Royal Edinburgh Military Tattoo“ – einem Militärmusikfestival – teilnimmt, wird das Tier mit einem Ehrentitel ausgezeichnet. 2008 zum Beispiel war Nils Olav bereits zum Ritter geschlagen worden.

KOALA: Ein Koalababy namens Shayne wächst in Australien in der „Obhut“ eines Plüschtiers als Mutterersatz auf. Das Jungtier war allein am Straßenrand gefunden worden, nachdem seine Mutter von einem Auto getötet worden war. Shayne saß wohl auf dem Rücken der Mutter, als der Unfall passierte, und wurde ins Gebüsch am Straßenrand geschleudert.

Mitarbeiter des Australia Zoos im Bundesstaat Queensland bei Beerwah päppeln das Tier auf. Damit er sich im Körbchen nicht so allein fühlt, legten sie ihm einen Plüsch-Koala dazu. Babykoala Shayne scheint sich damit wohl zu fühlen. Der Zoo will ihn, wenn er größer ist, trainieren, damit er eines Tages wieder in die Wildnis zurückkehren kann.

PROBLEMSTORCH: Monatelang plagte der Problemstorch Ronny mit seinen Eskapaden das Dorf Glambeck in Brandenburg. Der Storch hatte den Sommer über mit Schnabelattacken gegen Autodächer und Fensterscheiben für zerkratzten Lack und blanke Nerven gesorgt. Damit wurden der rabiate Vogel und sein Dorf deutschlandweit bekannt.

HEUHAUFEN: Die Zeremonie „Sacre Gottardo“ des Deutschen Volker Hesse zur Eröffnung des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels passte nicht allen. Eine Politikerin der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) monierte danach in einer Anfrage an die Regierung, dass „tanzende Derwische“ Teil der Zeremonie gewesen seien. Ein muslimischer Derwisch repräsentiere aber keinesfalls schweizerische Grundwerte.

Die knappe Antwort der Regierung bekam in den sozialen Medien viele Likes: Die Inszenierung mit dem Leitbild Mythos Gotthard habe sich ausschließlich an Figuren und Sagen der Alpenkultur orientiert. „Bei den angesprochenen Figuren handelte es sich nicht um Derwische, sondern um tanzende Heuhaufen.“

Jahresrückblick: So aufregend war 2016!

RIESEN-EI: Zur Ostereier-Saison zeigte eine Henne in Wolfenbüttel schon mal, was in ihr steckt: Im Stall fanden die Besitzer Ingrid und Günther Meyne eines der vielleicht schwersten Eier der Welt. 184 Gramm wog es – gut dreimal so viel wie ein gewöhnliches Hühnerei.

FAULTIER AUFM KOPF: Im Herbst sorgte ein kurioser Unfall im Dortmunder Zoo für Aufsehen. Einem sechsjährigen Jungen fiel dort ein Faultier auf den Kopf. Der elfjährige Julius kletterte gemächlich an einer Stange über dem Rundlauf des begehbaren Geheges, als er den Halt verlor und genau auf dem Kopf des jungen Besuchers landete. Für beide verlief der Unfall glimpflich.

Der Junge kam mit einer Beule davon, das etwa sieben bis acht Kilo schwere Faultier kam auf die Krankenstation. Dort wurde klar, dass wohl eine Blasenentzündung das Faultier geschwächt hatte und es sich deshalb vergriffen hatte.

AKTIONSKUNST MAL ANDERS: Eine Rentnerin fügte in einem Nürnberger Museum mit einem Kugelschreiber Buchstaben in ein Kreuzworträtsel ein, das Teil einer Collage des Künstlers Arthur Köpcke ist. Die 90-Jährige hatte offenbar die Aufforderung „Insert words“ („Setze Wörter ein“) am Bildrand des Kunstwerkes allzu wörtlich genommen.

Der Vorfall rief sogar die Staatsanwaltschaft auf den Plan, die aber letztlich das Verfahren wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ gegen die alte Dame einstellte. Auch für das Kunstwerk hatte die Aktion der Frau keinerlei Folgen: Das Bild „Reading-work-piece“ konnte mit Lösungsmitteln gereinigt werden. (dpa)