Gewalttat

Anklage: Ehepaar soll junge Frau wie Sklavin gehalten haben

Eine Frau wurde von einem Ehepaar eingesperrt und misshandelt. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen die mutmaßlichen Peiniger.

Ein Ehepaar soll eine junge Frau wie eine Leibeigene behandelt, geschlagen, missbraucht und eingesperrt haben.

Ein Ehepaar soll eine junge Frau wie eine Leibeigene behandelt, geschlagen, missbraucht und eingesperrt haben.

Foto: imago stock&people / imago/blickwinkel

Ruppichteroth/Bonn.  Ein Ehepaar aus Ruppichteroth (Rhein-Sieg-Kreis) soll eine Mitbewohnerin jahrelang misshandelt, vergewaltigt und sexuell genötigt haben. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat nun Anklage erhoben gegen den 48-jährigen Frührentner und seine 28 Jahre alte Ehefrau, wie eine Behördensprecherin am Mittwoch sagte.

Die beiden Angeklagten sollen die damals 23-jährige Frau zwischen August 2013 und Februar 2014 in neun Fällen wie eine Leibeigene behandelt, geschlagen und auch eingesperrt haben. Wie der WDR und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichten, sind die Eheleute ausgebildete Sanitäter.

Mutmaßliche Täter nicht in Untersuchungshaft

Dem späteren Opfer, das aus schwierigen Verhältnissen stamme, hätten sie angeboten, bei ihnen zu wohnen. Wann es zu einer Verhandlung kommt, ist laut Staatsanwaltschaft noch offen.

Dem WDR-Bericht zufolge seien die Angeklagten weiter auf freiem Fuß, weil es an Haftgründen mangelte. Allerdings seien die Eheleute bereits 2015 zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt worden – wegen Freiheitsberaubung.

Damals hätten sie dieselbe junge Frau auf offener Straße gegen ihren Willen in ein Auto gezerrt, heißt es in dem Bericht weiter. Zeugen hätten die Entführung beobachtet und die Polizei gerufen. (dpa/jkali)